6.7.09
Popkomm-Gorny demaskiert
Hier lesen Sie, wie Bildblogger Niggemeier den Mann erlebte und ein Interview analysierte, eine Demaskierung - die Aufgabe von Journalisten ist, eine Aufgabe, die die OZ nicht einmal versuchte zu lösen, stattdessen lieber Quark kopierte und Ihnen verkaufte.
5.7.09
Hintergrund: Vorratsspeicherung
Gutachter: Vorratsdatenspeicherung bringt nahezu lückenlose räumliche Überwachung
Im Hauptverfahren gegen die verdachtsunabhängige Vorratsspeicherung von Telekommunikations- und Internetdaten sind beim Bundesverfassungsgericht neue kritische Stellungnahmen eingegangen. Der Mannheimer Informatikprofessor Felix Freiling warnt in seinem Gutachten (PDF-Datei) im Auftrag der Karlsruher Richter vor einer "nahezu lückenlosen räumlichen Überwachung" durch die sechsmonatige Protokollierung von Nutzerspuren. Diese Möglichkeit werde durch die wachsende Verbreitung mobiler Internetzugänge etwa über das iPhone und eine Tendenz zu immer kürzeren Kommunikationsvorgängen wie bei SMS verstärkt. Dabei würden auch dynamisch vergebene IP-Adressen immer einfacher Rückschlüsse auf den aktuellen Aufenthaltsort zulassen. ...
Hintergrund: Bad Bank
Müll sucht Eimer
Wenn der Bundestag heute das Bad-Bank-Gesetz verabschiedet, stellt er den Bankern einen Persilschein aus, und die Finanzwirtschaft saniert sich auf Kosten des Steuerzahlers
Damit ist alles geschrieben. Das ist keine Spekulation, sondern die schlichte Sicht auf die Zukunft.
Was die Bonzen dazu erklären und was die OZ davon wiedergibt, können sie sich, die Bonzen und die OZ, bildlich an ihre Hüte stecken.
Bekenntnis statt Recherche
Bekenntnis zum Industriestandort LubminDas ist keine Nachricht, weil sich selbst die Kohlekraftwerksgegner zum Industriestandort bekennen. Sie wird aber von der Redaktion zur Nachricht erhoben. Die Redaktion fördert damit erneut indirekt den Investor. Es ging nämlich keineswegs nur um den Standort Lubmin, sondern um die
... Zustimmung zum Entwurf des neuen Raumentwicklungsprogramms der Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes VorpommernWie jeder weiß, der hier zu Hause ist, ist Vorpommern größer als der Standort Lubmin.
Nun das unentdeckte Seltsame:
Wie Dr. Carola Schmidt, Stellvertrende Dezernentin in der Geschäftsstelle des Planungsverbandes erläuterte, gab es aber eine Vielzahl von Einwendungen, die sich in hohem Maße gegen das von Dong Energy geplante Steinkohlekraftwerk richteten. Dem dazu vorgelegten Erörterungsbericht hatten die Mitglieder der Verbandsversammlung ebenfalls mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. ...1. Nun hat bekanntlich Dong energy bislang noch nicht einmal alle Genehmigungsunterlagen eingereicht. Dennoch wurden sie wahrscheinlich mit erörtert und festgestellt, alles sei in bester Ordnung. Deshalb könne dem Vorhaben zugestimmt werden, denn es ist total wichtig, in Vorpommern mehr Dreck und Gift zu verbreiten und den Bodden zu heizen.
2. Warum die Verbandsversammlung überhaupt zustimmen musste, bleibt unerwähnt. Da die Genehmigungsbehörde StAUN noch auf die fehlenden Unterlagen wartet und sehr wohl ohne Zustimmung des Planungsverbandes zustimmen oder ablehnen kann, ist doch egal, was der Planungsverband dazu beschließt.
3. Da der Redakteur dennoch diese Zustimmung als besonders wichtig ansah, hat er nichts weiter getan, als den Eindruck erweckt, nun seien alle Messen gelesen, der Planungsverband ist mehrheitlich für die Giftschleuder und erzeugt die Schlussfolgerung: Kohlekraftwerksgegener sind Querulanten, bekanntlich gegen alles, nicht ganz richtig im Kopf usw.
4. Damit hat sich der Aufschreiber als PR-Helfer für Dong und Co. verdient gemacht.
Ich hoffe, Sie erkennen jetzt, warum ich die Redaktion für einen indirekten Förderer des Kraftwerksbaues halte.
Über Schamlosigkeit und wie sie verschwiegen wird
Protest gegen Rürup:
Aus Protest gegen seine Rentenreform haben etwa 30 Demonstranten die Abschiedsvorlesung des Darmstädter Professors Bert Rürup gesprengt. ... der ehemalige Vorsitzende der Wirtschaftsweisen in der Technischen Universität ... ist in die Privatwirtschaft gewechselt.Fragt sich der Bunkerbewohner: "Ja und?"
Rürup wechselte zum AWD, einem sog. Finanzdienstleister, dessen Kerngeschäft im Bereich der privaten Altersvorsorge liegt.
Wenn Sie wissen wollen, welche Zusammenhänge es da gibt, lesen Sie dies aus dem Jahr 2007:
Die Propaganda für Privatvorsorge wird immer dreister - und Politik und Wissenschaft immer schamloser.
Über den Arbeitsmarkt
Allerdings finden Sie im Internet monatlich Analysen des Arbeitmarktes, z.B. hier, natürlich kostenlos.
Das Blog Querschuss empfehle ich schon seit Monaten indirekt in meiner Blogliste Leuten, die ein generelles Interesse an der Finanzwirtschaft haben, denn aus der OZ werden sie kaum etwas dazu erfahren, z.B. dies über die KfW, ein wohl endloser, teurer Skandal:
"Fette Staatshilfen für Heuschrecke"
Bundesparlamentarier = Stimmmvieh
Das Parlament als Farce
Neue Bundestags-Geschäftsordnung
Reden werden ungehalten zu Protokoll gegeben, Diskussion und Öffentlichkeit entfallen: So erledigt der Deutsche Bundestag Gesetze - und sich selbst.
Das Parlament muss sich einen neuen Namen suchen. Bisher heißt es so, weil es der Ort ist, an dem öffentlich Reden gehalten werden: Parlament kommt von parlare, das heißt reden. In der vergangenen Nacht aber, kurz nach Mitternacht, ist das öffentliche Reden im Bundestag abgeschafft worden, teilweise jedenfalls. ...
Wer weiterhin den Ausdruck "öffentliche Debatte" verwendet, sowohl für Gesagtes als auch nicht Gesagtes im Bundestag, ist im besten Falle ahnungslos.
Über das Politikum
Zündstoff in Heiligendamm
Verrechnet
Es lässt sich darüber streiten, ob der Staat in Millionenhöhe für ein Hotel bürgen sollte, das von Anfang an nicht genügend gern und gut zahlende Gäste anzog. Dafür spricht, dass auch in Heiligendamm rund 300 Arbeitsplätze entstanden sind ... Dagegen spricht, dass sich hier ein Immobilienmogul - übrigens mit Millionen aus Steuertöpfen - quasi eine kleine Spielzeugeisenbahn geschaffen und darüber offenbar jegliches wirtschaftliches Gespür verloren hat. ...Nur nebenbei: Kann der Kommentator ein Hotel nennen, das nach der Wende bis zum Jahr 2003 gebaut wurde und ohne Förderung ausgekommen ist? Ich kenne keines.
Erst kündigte "Kempinski" als Betreiberin des Grand Hotels Heiligendamm im Februar ... Dann gab's Probleme im Berliner Luxushotel "Adlon", das ihm ebenfalls gehört. Nun die bislang in der deutschen Hotellerie einmalige Staatsbürgschaft in Höhe von vier Millionen Euro vom Land für das Haus in Heiligendamm. Und es kommt heraus, dass er der Stadt Bad Doberan fast noch eine halbe Million schuldet. (Die OZ und ihre Leser wussten davon vorher nichts. Wozu müssen sie es nun wissen? Die Bürgschaft wurde bereits gewährt.)Das mag sein, ist aber Herumeierei. Ein Politikum, ein Vorgang von politischer Bedeutung, ist ist immer dann gegeben, wenn Steuergeld für etwas ausgegeben verteilt wird, denn Politiker entscheiden vor allem (jedoch zumeist Stimmvieh der Regierungen), wer wie viel von dem Steuergeld erhält. Es wird nur viel zu oft so getan, als gehe das die Bürger nichts an. Die OZ und viele andere 08/15-Medien unterstützen häufig durch die Art ihrer Berichterstattung das Getue. Genau dadurch passiert es, dass die Bürger bildlich aus allen Wolken fallen, weil sie von Behörden und vielleicht von den Palamentariern für blöd verkauft wurden.
Spätestens an diesem Punkt wird der Fall Heiligendamm zum Politikum. ...
Wer als Vertreter eines Mediums und als Stadtvertreter Behörden vertraut und sie gewähren lässt, trägt Mitschuld an der Geldverschwendung.
Noch einmal der Fall Asmussen
Der Fall Asmussen oder warum die SPD nicht aus dem Schatten der Finanzmarktkrise kommt
Die Kapitelüberschriften:
Teil 1: Das Bundesfinanzministerium und seine miserable Bankenaufsicht
Teil 2: Das Bundesfinanzministerium und seine unheilvolle Rolle bei der Entwicklung des deutschen Finanzmarktes
Teil 3: Auch die Kapitalmarktreformen tragen die Handschrift von Asmussen
Anhang: Die Rolle der SPD bei der Explosion des deutschen Spekulationskapitals
Hier aus einem der Kommentare den Link zu dem Aufsatz, in dem Asmussen die Verbriefungen heilig schrieb:
Verbriefungen aus Sicht
des Bundesfinanzministeriums
Das Pamphlet des Jörg Asmuusen, welches heute auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums NICHT mehr zu finden ist.
3.7.09
Spekulation in Bericht eingebaut
Gestern war der Konflikt am fernen Hindukusch ganz nah. Mit einer bewegenden Trauerfeier in Bad Salzungen nahmen die Familien, Kameraden, Freunde und Bundeswehrführung Abschied von drei in Afghanistan getöteten Soldaten. ...diese Spekulation ein:
Die Terrorgefahr in Deutschland hat sich erhöht. Drei Monate vor der Bundestagswahl bereiten sich die Behörden inzwischen konkret auf einen möglichen islamistischen Anschlag vor ...Bericht und Spekulation zusammengenommen - wer da keine Gänsehaut bekommt, jahaaa! Hier zu besichtigen:

Einmal abgesehen davon, ob die Gefahr logisch begründet wurde (ich halte sie für widersinnig), lesen Sie diesen Kommentar, kostenlos:
Innenministerium
Das schizophrene Orakel
Das Innenministerium schlägt Alarm, indem es von der Gefahr von Anschlägen spricht und warnt gleichzeitig vor der Alarmstimmung - die es mit seinen Äußerungen selbst erzeugt. Die Warnungen des Bundesinnenministeriums vor dem Terrorismus sind raunende Rätsel. Die Gefahren für Deutschland würden, so heißt es, immer größer, seien aber nicht richtig konkret. Verdachtsmomente, so heißt es, würden immer dichter, Verdächtige seien aber nicht fassbar.
Die Bedrohung, heißt es, sei manifest, aber doch noch nicht wirklich präsent. Vor der Bundestagswahl am 27. September, so heißt es, sei ein Anschlag nicht unwahrscheinlich, aber Genaues wisse man nicht. Es sei aber sicher, dass die Terroristen Druck ausüben wollten auf die deutsche Politik, um den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu erzwingen.
Es handelt sich bei all dem um eine gefährliche Orakelei. ...
OZ erkennt Lüge
Zu viel Unterrichtsausfall
Schlechtes Kino
Es ist gewiss höhere Gewalt, wenn Schulstunden durch Glatteis, Hitzefrei oder Wasserrohrbruch ausfallen. Dieses Minus an Unterricht nicht in die Statistik einfließen zu lassen, hat allerdings mit "elementaren Ereignissen", wie sie im Beamtendeutsch heißen, nichts mehr zu tun. Im Gegenteil: Das Bildungsministerium verhält sich laut Rechnungshofbericht "nicht verlässlich", zu Deutsch: schlichtweg unehrlich. ...In meinem einfachen Deutsch lügt jemand, wenn er unehrlich ist.
Der Lügengrund ist auch einfach zu erkennen: Es geht einzig und allein darum, Lehrerstellen einzusparen.
Seltsam ist nur, dass etlichen OZ-Redakteuren ansonsten schlichteste Lügen aufgetischt werden können. Die OZ verbreitet sie. Bestes Beispiel ist das geplante Kohlekraftwerk. Wie oft die OZ den Quark vom rechtsstaatlichen Verfahren und andere Lügen nachbetete, habe ich nicht gezählt.
Neues aus dem OZ-Verlag
Mitarbeiter protestieren gegen Schließungspläne bei Ostsee-Zeitung
Begleitet von Protesten haben die Verhandlungen über die geplante Schließung von Abteilungen bei der Ostsee-Zeitung begonnen. ...
Im Hotel Sonne ... begannen die Verhandlungen zwischen Verlagsleitung und Betriebsrat über die zunächst geplante Schließung von Verwaltungsbereichen.
Die Arbeiten sollen zum Jahresende an eine tariffreie Tochterfirma des Madsack-Verlages nach Leipzig verlagert werden, der Anfang 2009 dominierenden Einfluss auf die größte Tageszeitung Mecklenburg-Vorpommerns (Auflage: 155000) gewonnen hatte. ...
"Wir teilen die Befürchtungen des Betriebsrates, dass dies nur der Anfang eines massiven Personalabbaus ist, dem bald weitere qualifizierte Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten", erklärt Michael Pfeifer von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). "Damit bricht die Geschäftsführung der Ostsee-Zeitung ihre Zusage, Rostock zum Verwaltungsstandort der Verlagsgruppe von Lübecker Nachrichten und Ostsee-Zeitung zu entwickeln." Im vergangenen Jahr waren Teile der Zentralredaktion nach Lübeck verlegt worden. ...
Falls das klappt mit der tariffreien Tochterfirma, spart der Verlag eine Menge Geld. Sie als zahlende Leser sollten spätestens dann nachfragen, wie sie über den Abo-Preis an den Einsparungen beteiligt werden (soll ein Witz sein).
Kuli fiel ins Sommerloch
Vier Kugelschreiber fehlen an 15 000Oha, Neues vom Kuli-Uli? Nichtdoch, die OZ lässt den Mann in Ruhe, nachdem sie sich zuvor reichlich mit ihm abgegeben hatte. Hat er die Ruhe verdient? Doch die Leser haben es nicht verdient, dass die OZ bildlich den Mantel des Schweigens nicht beiseite reißt, sondern hilft, den Mann damit zu verhüllen.
Ich stelle mir vor, was für einen Aufriss die Greifswalder Zeitung gemacht hätte, wäre Kuli-Uli unbefleckt in den Ruhestand getreten:
Stattdessen schaffte ich die ersten beiden Sätze zu lesen und langweilte mich augenblicklich:
Sie stehen ordentlich sortiert in 160 Gläsern und 46 Schalen, vier Körben und einem Tortenbehälter in langen Reihen von Regalbrettern. 14996 Kugelschreiber hat Fred-Günther Kurth (59) jetzt schon beisammen.Danke, das wars mit dem Lesen.
Die Greifswalder Zeitung schon im Sommerloch? Dabei hat der Sommer doch gerade erst begonnen.
Service nach Art der OZ (update)
Aldi verkauft in Österreich Billig-Benzin
Autofahrer können in Österreich jetzt bei Aldi tanken. Die österreichische Aldi- Tochter Hofer hat in Salzburg drei Sprit-Discounter auf Parkplätzen des Unternehmens eröffnet. ...Natürlich können Sie jetzt nach Österreich zum Tanken fahren (Weshalb sonst hat die OZ es gemeldet? Muss doch einen Sinn haben!). Allerdings ist für jeden Leser aus dem Verbreitungsgebiet der OZ der Weg nach Polen kürzer.
"Wir wollen langfristig zwei bis drei Cent billiger sein als die Mineralölkonzerne" ...
Außerdem sparen Sie z.B in Swinemünde z.Zt. mehr als 40 Cent pro Liter. Kürzlich waren es noch lumpige 30 Cent.
Das ist falsch. Ich hatte verkehrt dividiert. Ich bitte für den Rechenfehler um Entschuldigung, besonders, falls sich jemand aus Rostock oder Wismar aufgemacht haben sollte, um in Polen zu tanken.
Während einer Auslandsreise (nach Polen) habe ich das festgestellt. Der Unterschied betrug nur noch 25 Cent. Macht für 60 Liter Superbenzin 15 Euro. Für Leute, die in den sog. Kaiserbädern Urlaub machen, immer noch ein gutes Geschäft.
Aus der OZ erfahren Sie das nicht, auch nicht die Touristen, denen die OZ ansonsten kläglich den Hof macht, z.B. mit Sommerartikeln. Hier (oben links), im bösenbösen Internet, erfahren Sie täglich die Spritpreise und den Umrechnungskurs. Aus der OZ erfahren Sie während der Sommersaison die täglich gleichen Brückenöffnungszeiten - weil wir hier zu Hause sind und nicht in Polen?
Wer die Bilderstürmer sind
Jung fordert sofortiges Ende der Kriegs-Diskussion zu AfghanistanIn dem Text stand:
Bizarre Wort-Schlacht
... In Deutschland zerbrach indes das Bild vom guten deutschen Helfer in Uniform an der rauen Kriegswirklichkeit. Mit dem Bau von Brücken, Brunnen und Schulen sollte ein demokratisches Afghanistan entstehen. Dieses Ziel gilt inzwischen als verfehlt.War das wirklich das Ziel? Ich zweifle daran. Viele Bürger zweifeln daran, inzwischen zwei von dreien. Dass es nicht von Anfang an mehr Zweifler gab, liegt vor allem an der Berichterstattung der Medien, die das schöngemalte Bild regierungsergeben an ihre Leser weitergaben. Das Bild zerbrach, weil sich viele Leute nicht für dumm verkaufen lassen, und nicht, weil die OZ über den Afghanistan-Krieg aufgeklärt hätte.
Warum Jung dennoch glaubt, dass die Bundeswehr-Mission in fünf bis zehn Jahren erfolgreich beendet sein wird, bleibt sein Geheimnis. ...1. Woher weiß der Kommentator, dass Jung das glaubt? Ich gehe davon aus, das Jung lügt.
2. Warum entlockt er dem Kriegsminister nicht das wahre Jung'sche Geheimnis?
3. Wegen 1. und 2. ist die Passage Schwadroniererei.
Was Prognosen des Berlin-Institutes wert sind
Dieses Institut hatte im vorigen Jahr Island als ein leuchtendes Beispiel für eine blühende Zukunft auserkoren.
Heute berichtete die OZ über Island, das laut OZ-Geographie in der Ostsee liegt:
Folgen der Finanzkrise
Island bittet die eigenen Bürger zur Kasse
Knapp neun Monate nach dem Kollaps des isländischen Finanzsektors bekommen die 320.000 Bürger jetzt die Rechnung für die gigantischen Fehlspekulationen von Bankmanagern präsentiert. ...So ist das mit Prognosen aus sonderbaren Instituten.
Die drei größten Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir konnten nach dem Kollaps ihrer extrem riskanten internationalen Kreditgeschäfte im Oktober nur durch die Verstaatlichung vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Sie hinterlassen Island einen Schuldenberg vom Zehnfachen der jährlichen Wirtschaftsleistung. ...
Piraten gründeten Landesverband
Pauli-Partei Freie Union will Landesverband in MV gründenHat ihn also noch nicht gegründet.
Das fand die OZ uninteressant:
Piraten organisieren sich in Greifswald
... Teilnehmer der Gründungsversammlung des Landesverbandes
Nach den guten Ergebnissen in Greifswald und Rostock ist es nur logisch, dass sich inzwischen auch ein Landesverband für Mecklenburg-Vorpommern gebildet hat.
Die Gründung fand am 21. Juni statt.
Den Landesverband gibt es also bereits - total uninteressant.
Außerdem haben die etwas mit dem bösenbösen Internet zu tun.
Und schließlich hatte die OZ bereits Unsinn über die Partei veröffentlicht.
Derzeit hat die Partei in Mecklenburg-Vorpommern aber nur circa 50 Mitglieder, die Zahl steigt in diesen Tagen nach Angaben von Mitgliedern allerdings sehr stark. Vor drei Wochen gab es in Mecklenburg-Vorpommern nur knapp 30 Mitglieder. ...
... Den Piraten verbleiben noch etwa drei Wochen, um etwa 1700 Unterschriften zu sammeln. Diese werden benötigt, um für die Bundestagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern zugelassen zu werden. ...
Vielleicht ist das der Grund, dass sie totgeschwiegen werden. Mehr Hintergrund erfahren Sie hier.
2.7.09
Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute
Gebäudeeinsturz an der Loefflerstraße
Die Greifswalder Zeitung hechelt morgen hinterher.
Schulbeihilfe nun auch in Klasse elf bis dreizehn
Hartz IV: Neues zur Schulbeihilfe
Auch Schüler der 11, 12 und 13 Klasse erhalten ab ersten August 2009 die Schülerbeihilfe, sofern ein ALG II Anspruch besteht
Zum 1.8.2009 sollen neben Beziehern von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe nun auch solche Haushalte die neue Schulbeihilfe (100 Euro jährlich pro Schulkind) erhalten, die einen Anspruch auf den Kinderzuschlag haben. Zwischenzeitlich wurde die Begrenzung auf Schüler bis zur 10. Klasse aufgehoben und bis zur 13. Klasse erweitert.
Gerade bei jugendlichen Erwachsenen sollte darauf geachtet werden, ob diese Pauschale tatsächlich gezahlt wird, da noch viele Sachbearbeiter in den Behörden anscheinend von der neuen Regelung nichts mitbekommen haben. Betroffenen sollten auf jeden Fall die Schulbeihilfe einfordern und sich nicht abwimmeln lassen.
Auch ohne OZ: Die Finanzkrise existiert
Extrem teure Gesetzeslücken
Das Gesetz zur Bad Bank ist das wichtigste und teuerste, das der Bundestag in dieser Legislaturperiode verabschieden muss. Es ist das wichtigste, weil von dem Gesetz abhängt, ob die Banken wieder Kredite vergeben werden, wenn sie von den Altlasten befreit sind.
Verfehlt das Gesetz seinen Zweck, stehen Deutschland in jeder Hinsicht harte Jahre bevor: Massenarbeitslosigkeit, Deflation und eine horrende Staatsverschuldung à la Japan.
Sollte das Gesetz dagegen fruchten, dürfte es zugleich das teuerste werden. Sehr unwahrscheinlich nämlich, dass die Banken die Verluste der auf die schlechten Banken übertragenen Wertpapiere je zur Gänze aus eigener Kraft tragen können. Und diese Verluste können sich auf etliche Milliarden addieren.
Das große Unbehagen, das jeden überkommen muss, liegt an der öffentlichen Debatte. Sie findet kaum statt. Ist das Gesetz ein gutes, wird es funktionieren, werden die Steuerzahler über den Tisch gezogen? Seit wann glauben die Experten der PR des Finanzministers?
Wo sind die Politikberater, die uns sonst ständig erklären, warum wir den Gürtel enger schnallen müssen? Sie debattieren lieber über Ordnungspolitik und Mehrwertsteuererhöhung. ...
... und die OZ gibt das Gesülze tagelang kostenpflichtig an Sie weiter und langweilt mit ellenlangen Wetterberichten. Die Finanzkrise existiert für die OZ nicht mehr.
Hintergrund: Nanotechnologie - niemand kennt die Gefahren
Nur so viel:
Nanotechnologie
Warten auf den Störfall
In vielen Produkten steckt bereits Nanotechnologie. Aber die Öffentlichkeit weiß wenig über die Risiken der winzigen Partikel. Wieso gibt es in Deutschland keine öffentliche Debatte? Eine Analyse
... Nanoteilchen sind in Fensterreinigern und Autolacken enthalten, in Lebensmitteln und Sonnencremes. Eine Kennzeichnungspflicht gibt es bisher nicht. Dabei weiß die Wissenschaft noch nicht, was mit den winzigen Partikeln aus Aluminiumoxid oder Silber passiert, wenn sie in den Körper gelangen: Kohlenstoffnanoröhren etwa, die in superleichten Tennisschlägern stecken, können in ungebundener Form in das Lungengewebe von Ratten eindringen und dort Entzündungen und Gewebeveränderungen hervorrufen. Die krebserregende Wirkung des ebenfalls faserförmigen Minerals Asbest wurde erst nach Jahrzehnten entdeckt - bisher lässt sich nicht sicher ausschließen, dass manche Nanopartikel ähnlich verheerende Spätfolgen haben. ...
»Die Leute stellen viele Fragen im Zusammenhang mit Alltagsprodukten«, erzählt Jungbluth. »Sie interessieren sich nicht für die Grundlagenforschung, sondern wollen wissen, was passiert, wenn sie die Nanopartikel in ihrem Fensterspray einatmen.«
Genau diese Fragen aber kann die Wissenschaft bisher nicht beantworten. Zu sehr hängen die Eigenschaften der Nanopartikel von ihrem jeweiligen Einsatzort ab. Eine Oberfläche mit fixierten Partikeln lässt sich nicht vergleichen mit einem losen Pulver, eine Flüssigkeit mit Kohlenstoffnanoröhren nicht mit einem trockenen Produkt. Im menschlichen Körpergewebe können die Nanoteilchen Wechselwirkungen mit körpereigenen Stoffen eingehen und sich dann völlig anders verhalten als zuvor. Das ist das vorläufige Ergebnis des NanoCare-Projektes: Die Wirkung der Nanopartikel unterscheidet sich von Fall zu Fall, und bisher existiert kein Modell, um die Eigenschaften der Teilchen abhängig von der Umgebung zuverlässig vorherzusagen. ...
Wagemutige mit Problemen beladen - nur mit welchen?
Koserower wagen NeuanfangWie ich las, bleibt ihnen gar nichts anderes übrig. Nach allgemeinem Geblubber fand ich:
Der Verlauf der konstituierenden Sitzung hatte indes deutlich gemacht, dass zunächst erst einmal viel Arbeit auf die Volksvertreter wartet, manch zuletzt ausgesessenes Problem als Erbe auf ihnen lastet.Ob die Koserower unter den Lesern wissen, welche die ausgesessenen Probleme sind? Ob das die Peenemünder, Wolgaster und Ahlbecker Leser wissen? Sie erfuhren nicht, welche Probleme auf den Gemeindevertretern lasten.
Schade, so blubberte sich der Lokalchef durch den Artikel.
Offene Frage
ADAC: Spritpreise erreichten im Juni JahresrekordAlle Autofahrer wissen das.
Sie ist für Leser wertlos, allein nützlich, um die Meldungsspalte zu füllen.
Interessant wäre, die OZ klärte darüber auf, wieso der Rohölpreis vor einem Jahr doppelt so hoch war und der Spritpreis nur wenig höher als z.Zt.:
Einzelhandel: Flaute ist längst da
Einzelhandel erwartet Flaute im zweiten HalbjahrAchja? Was herrscht denn jetzt, etwa die von der OZ seit Jahren beschworene Kauflaune? Das ist natürlich Quatsch.
Der deutsche Einzelhandel hat kalender- und saisonbereinigt im Mai real 0,8 % weniger umgesetzt als im Vorjahr (Abb. 14702); gegenüber dem Vormonat ergab sich ein leichtes Plus von 0,4 % (Abb. 04943). Von Januar bis Mai 2009 sank der Umsatz real um 2,3 % gegenüber Vorjahr. Von Einkaufsboom kann also weiterhin keine Rede sein. ...
So entwickelte sich der Einzelhandelsumsatz in MV im 1. Quartal 09 (in Preisen des Jahres 2005, im Vergleich zum Vorjahresmonat):
Januar -3,2%
Februar -9,6%
März -5,9%
Tankstellen und Kfz-Gewerbe
Januar -17,9%
Februar -0,8%
März +0,1%
Die Flaute ist längst da, auch leicht aus dem Diagramm abzulesen:

Nachtrag, 17.05 Uhr:
Hier noch ein Beleg für den Umsatzrückgang im Einzelhandel:
Umsatzstatistik Antiquariat: deutliches Minus im 1. Quartal
Minus 9,9 Prozent. Die Auswertung der Umsatzstatistik für den deutschen Antiquariatsbuchhandel für das 1. Quartal 2009 liegt vor – durchgeführt vom Kölner Institut für Handelsforschung im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein.
Danach war die Umsatzentwicklung des deutschen Antiquariatsbuchhandels im 1. Quartal 2009 negativ: minus 9,9 Prozent. Der Wert für das Jahr 2008 lag bei minus 7,3 Prozent.
Per Internet wurden 50 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet, über Versand 28 Prozent, Ladengeschäft 16 Prozent und auf Messen und Märkten 6 Prozent. Bei der Ware handelte es sich zu 57 Prozent um Bücher, die nach 1945 erschienen sind. ...
Auch bereits gelesene Bücher machen niemanden satt.
Journalismus nach Art des Hauses
Nach Kritik von Piloten: Flughafen Laage will nachbessern
Die Kritik der Pilotenvereinigung Cockpit an der technischen Ausstattung des Flughafens Rostock-Laage (OZ berichtete) zeigt Wirkung: Die Geschäftsleitung des zivilen Flughafens erwägt die Installation von seitlich vom Rollfeld angebrachten Beleuchtungsanlagen, sogenannten Runway-Guard-Lights. ...Zeigt nun also doch Wirkung. Erst kürzlich berichtete die OZ auch über den Heringsdorfer Flugplatz:
Merkle weist Pilotenschelte zurückSchelte ist ganz klar Kommentar.
Heringsdorfs Flughafen steht auf der Mängelliste der Pilotenvereinigung Cockpit ganz oben - für Airport-Chef Merkle ein Unding.Mir fehlte die Formulierung "reagierte gelassen", ein Lieblingsausdruck in der OZ.
Heringsdorf Hans Jürgen Merkle ist verärgert: Der Chef des Flughafens in Heringsdorf stößt sich an der jüngsten Mängelliste der führenden deutschen Pilotenvereinigung Cockpit ...
Und dann:
Flughäfen reagieren auf Anregungen der Piloten
Die Flughäfen in Rostock-Laage und Heringsdorf haben die Verbesserungsvorschläge der Pilotenvereinigung Cockpit dankbar aufgenommen, aber gleichzeitig die Bezeichnung "Mängel" zurückgewiesen. Cockpit hatte 32 deutsche Flughäfen untersucht, die beiden Regionalflughäfen in MV finden sich in einer Mängelliste wieder. ...
Vierte Macht informiert Bunkerbewohner: Es ist Sommer
Es ist Sommer an der KüsteDa werden die Bunkerbewohner glücklich sein. Sie hätten es sonst nicht mitbekommen. Und allen anderen? Sie wurden noch zusätzlich mit einer Blickpunktseite über den Sommer gelangweilt und hiermit auch noch:
Genau! Im Sommer ist es Sommer, sogar hier, wo die OZ zu Hause zu sein vorgibt.
Im Süden Deutschlands herrschen schon tropische Verhältnisse mit schweißtreibenden Temperaturen. Nun zieht endlich auch der Norden nach. Im Binnenland von MV kletterte gestern das Thermometer schon bis auf 28 Grad, an der See war es noch etwas kühler. Tausende Sonnenhungrige bevölkerten die Strände und suchten Abkühlung in den Ostsee-Fluten. Die schwüle Hitze in Deutschland hält auf jeden Fall bis zum Wochenende an und beschert uns bestes Biergarten- und Badewetter. ...
Urlauber erobern die SträndeWen haben sie denn vertrieben? Welch ein Blödsinn!
Ab an den Strand. "Nutzen Sie die nächsten Tage!" Das ist der dringende Rat des Meteorologen Thomas Globig. Denn dies könnte der Sommer gewesen sein. ...Haben Sie Neues erfahren, außer, dass die Sonne satt ist? Oder wollten Sie wissen, dass Küstennebel nicht nur ein Anisschnaps ist, sondern dass es ihn tatsächlich gab und übrigens noch gibt?
Gestern aber gab es noch Sonne satt. Tausende Urlauber tummelten sich entlang der Ostseeküste an den Stränden. An der See lagen die Temperaturen bei 20 bis 23 Grad, im Binnenland kletterte die Quecksilbersäule gar auf bis zu 28 Grad. Viele Gäste suchten Abkühlung.
Oder interessiert Sie dies, weil sie zeitweilig wohnungslos sind?
Auf der Sonnen-Insel Usedom sind nur vereinzelt noch Zimmer frei.Wieso ist es die Sonneninsel? Konnte nicht Hiddensee erst kürzlich mit dem meisten Sonnenstunden prahlen? Apropos Sonnenstunden: Welchen Sinn hat es, eine Insel zur Sonneninsel zu erklären, weil dort die Sonne ein paar Stunden im Jahr länger schien? Es hat den Sinn, Urlauber zu verscheißern, was sogar Rostocker Professoren den Touristikern empfahlen.
Soll jetzt immer, wenn eine paar Tage die Sonne scheint, die OZ mit Sommerartikeln gefüllt, dazu noch langweiligen?
Dass soll die vierte Macht sein? Ich erinnere an meine Aussage vom 27. Februar:
Mitunter ist von der Presse als der vierten Gewalt im Staat die Rede und Schreibe. Den Begriff in seiner ursprünglichen Bedeutung auf die OZ anzuwenden, finde ich lächerlich. Im übertragenen Sinne ist allerdings etwas dran. Das ist jedoch gar nicht lächerlich.
Viel Touristiker-Geschrei um nichts
Schon 2007 fragte ich mich, ob es tatsächlich weltweit eine größere Menschenmenge geben könnte, die danach giert, sich unbedingt einmal in Heiligendamm auf jenen Kloschüsseln zu entleeren, auf denen G.W. Bush oder A. Merkel ihre Körperabfälle unter sich ließen.
Nun berichtet heute die OZ über jenes Hotel, dass doch so ungemein von seiner weltweiten Bekanntheit zehren würde:
Millionen-Bürgschaft: G8-Hotel in Geldnot
Das Grand Hotel Heiligendamm steckt finanziell in der Klemme. Das Land stellt Investor Anno August Jagdfeld eine Bürgschaft über vier Millionen Euro bereit. ...Sogar die Rumsteher-Truppe hat einen Grund gefunden, mit Ihrem Steuergeld zu bürgen - Sie sind die Bürgen, nicht die Landesregierung. Die hat Sie nur zu Bürgen gemacht. Im Gründe-Erfinden ist die Seidel-Truppe bekanntlich großartig, zu Lasten der Bürger:
Das Wirtschaftsministerium unter Ressortchef Jürgen Seidel (CDU) begründete die staatliche Stütze mit der besonderen historischen Bedeutung des ältesten deutschen Seebades Heiligendamm.War da nicht mal was mit uralten, historisch bedeutsamen Booten?
Pech gehabt, lupe, die Boote gehören ins Kultusministerium.
Das gehört aber zur Landesregierung.
Was mit dem Geld geschehen soll, ist auch klar:
Mit dem Geld soll der laufende Betrieb des Hotels vorerst sichergestellt werden.Dann steht es oberschlecht um das Hotel.
Ich muss spekulieren: Das Geld ist futsch, und dass, obwohl der G 8-Gipfel Heiligendamm und die Kloschüsseln weltbekannt machte. So ist das, wenn Touristker spinnen und die OZ das Gespinne vervielfältigt. Mit den Kosten der Buga in Schwerin wird Ähnlcihes passieren, trotz der laut OZ großen Bekanntheit - wir schreiben uns wieder.
Schließlich mokierte sich der Autor per Kommentar hierüber:
Verkehrte Welt: Handelt es sich doch bei der Hilfe fürs Grand Hotel Heiligendamm um Steuermittel. Um Geld, das Bürger und Unternehmen erwirtschaftet haben, die wohl niemals in den Genuss einer Staatsgarantie kommen werden. Wer angesichts dieses Sachverhalts Fakten hinterm Berg hält, macht sich zum "stillen Teilhaber".Wer Fakten hinterm Berg hält, weiß, dass er von der OZ nichts zu befürchten hat, geschweige das Erzwingen einer Aussage mit gerichtlichem Zwang.
Hintergrund: schöne Welt der privaten Altersvorsorge
Gericht: AWD ist nicht unabhängig
Eine schwere Niederlage vor Gericht hat der Finanzvertrieb AWD erlitten. Das Landgericht Hannover entschied, dass die Tochter der Schweizer Versicherung Swiss Life nicht mehr mit dem Begriff "Unabhängigkeit" werben darf. Ein herber Schlag. Denn "Unabhängigkeit" ist die zentrale Werbebotschaft von AWD. ...
Der AWD kündigte bereits Berufung gegen das Urteil an. ...
Kein Problem hat die DVAG hingegen damit, die eigene Werbung zu ändern. Der Richter begründete seine Entscheidung hier damit, dass die DVAG nur in Europa tätig sei und es in Amerika womöglich größere Finanzvertriebe gebe. Die Frankfurter hätten jedenfalls nicht schlüssig dargelegt, dass die DVAG tatsächlich der weltweit die Nr. 1 sei.
"Die Presse unverzichtbar für die Demokratie. Das ist Unsinn."
Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz Der Verleger Hubert Burda bezeichnete gestern in der FAZ die Presse als "vierte Gewalt" und behauptete, sie sei unverzichtbar für die Demokratie. Das ist Unsinn. In Sachen Berichterstattung über das Internet ist die Presse weithin keine vierte Gewalt mehr, sondern ein Lobbyist, der sich unter dem Deckmantel des Journalismus dem Staat andient. ...
Die Forderungen der Verlage umfassen inzwischen
- eine vom Staat anzuschiebende Zwangsgebühr namens Kulturflatrate,
- eine staatliche Beaufsichtigung der Suchmaschinen (denn auf nichts anderes läuft die Forderung Burdas hinaus),
- eine vom Staat zu erzwingende Umverteilung der Anzeigenerlöse der Suchmaschinen,
- ein vom Staat zu verabschiedendes Leistungsschutzrecht, das die Grundvoraussetzung für die Schaffung einer Gema für Onlinetexte wäre.
- eine staatliche Überwachung des Internets. Natürlich nur, um die Kulturindustrie vor Piraten zu schützen.
Dies alles wird gefordert nicht zugunsten einer freien Presse, sondern zum Schutz überkommener Geschäftsmodelle. Die Zeitungen werden schamlos für Lobbyarbeit in eigener Sache benutzt und sprechen schon damit jeder Form von Qualitätsjournalismus Hohn.
Politiker hören diesen Ruf der Verlage nach dem Staat gern. Überwachung ist eh ihr Konzept. In Sachen Internetsperren passte kein Blatt zwischen die großen Zeitungen und Ursula von der Leyen. Die Versuchung für Zeitungsjournalisten war unwiderstehlich, Kinderpornografie mit dem "Pfuhl Internet" (so die FAZ) gleichzusetzen und so ein missratenes Gesetz nicht kritisch zu überprüfen, sondern für eigene Zwecke umzumünzen. Die Verlage scheinen sich ganz sicher zu sein, dass die staatliche Überwachungsmaßnahmen, die sie zur Sicherung ihrer Profite fordern, nie sie selbst betreffen werden. Wie nah müssen sie sich der Regierung fühlen. In eigener Sache haben die einstigen Kontrolleure von Parlament, Verwaltung und Rechtsprechung ihren Anspruch aufgegeben, vierte Gewalt zu sein.
Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz.
Untergrunderkundung: offene Fragen
Hier Auszüge:
Die OZ setzt ihre auf unterstem Niveau geschriebene Artikelfolge zu angekündigten seismischen Messungen fort. Was die Bürger in der Region interessieren könnte, wird verschwiegen, z. B.:
- wieviel Öl hoffen die "Kanadier" mit Ihrer Suche nach Nadeln im Heuhaufen zu fördern, oder ist das egal? Der unverhältnismäßige und kostspielige Aufwand zur Erkundung (Seismik, Tiefbohrungen usw.) des gut bekannten Lagerstättentyps in OVP muss sich ja rechnen. Ich könnte ja schon Eimer zum Abtransport des noch nachzuweisenden Erdöls zur Verfügung stellen.
- Die seit über einem Jahr durch die OZ angekündigten geophysikalischen Erkundungsarbeiten ausgerechnet in der Region Lubmin, unmittelbar neben dem B-Plangebiet mit dem geplanten Kohlekraftwerk, bringt manchen Leser auf andere Gedanken, lässt auch andere Aufgabenstellungen für die ab 1. Juli (Hauptvegetationszeit, Urlaubssaison im Seebad Lubmin!) geplanten Messungen durchaus zu. Die Daten und ihre 3-D-Modelle des geologischen Aufbaus des Untergrundes bis in mehrere 1000 Meter Tiefe sind vielseitig nutzbar. Z. B. werden durch die bekannten Investoren DONG, EWE, Möglichkeiten zur Entsorgung von Abfällen gesucht. So auch zur Untergrundspeicherung von CO2 aus dem geplanten Kohlekraftwerk, zur Einleitung von Sole aus dem durch EWE geplanten Kavernenbau im Salzstock Moeckow.
Die OZ bringt es als "großer (unqualifizierter) Ankündiger" doch fertig, die Anfang 2007 im Auftrag EWE Oldenburg durchgeführten seismischen Messungen bei Moeckow (Untersuchung des Salzstocks Moeckow zur Kaverneneinlagerung von russischem Erdgas) zusammen mit dem NDR seit Ende 2006 im Stakkato anzukündigen und zu preisen, warum? Letztlich um nicht zu informieren.
Seit Anfang 2007 ist Funkstille zum Ergebnis der seismischen Messungen bei Moeckow. Nach über zwei Jahren müsste klar sein, ob der Salzstock Moeckow zur Einlagerung von Erdgas geeignet (dicht) ist oder nicht. Oder sind weitere geologisch-geophysikalische Untersuchungen notwendig als Voraussetzung zur Erteilung der Genehmigungen durch die Behörden (Bergamt Stralsund, STAUN usw.)? Die Rohre, u. a. zur Einleitung der gesättigten Sole aus dem Salzstock in den Greifswalder Bodden resp. in die Peene liegen unübersehbar seit bald einem Jahr vor Wrangelsburg. Wieder keine Kenntnisnahme durch die OZ.
- Neben der Vibrationsseismik ist auch Sprengseismik vorgesehen (Meßabschnitte,wo die tonnenschweren Vibratoren nicht eingesezt werden können). Interessiert das die OZ nicht, oder machen sie es gar zum Event für die zahlreichen Urlauber?
Tralala statt Nachrichten
Hier erfahren Sie Neues über Asmussen:
Die Krise des Krisenmanagers
Finanzstaatsekretär Asmussen, unser Bankenretter, hat mehr als eigenwillige Methoden. Er gab offenbar doppelt Geld für PR aus und holte sich einen Ex-HRE-Manager ins Haus ...
Dieser Mann - und wenige andere - jongliert unkontrolliert mit hunderten Milliarden Steuergeldern, Ihren Euros, auch mit jenen, die Sie noch nicht einmal verdient haben. Der OZ ist jedoch völlig egal, was der Mann treibt.
Stattdessen erfahren Leute, die noch nie einen Sommer erlebten, eine langweilige Blickpunktseite lang:
Sonnenlicht sorgt für Aufbruchstimmung im Körper. Es bildet sich Vitamin D3, das bei Kindern Knochen und Zähne wachsen lässt und bei Erwachsenen Osteoporose vorbeugt. Es stärkt das Immunsystem und beeinflusst das Wachstum von Zellen im gesamten Körper. Außerdem kurbelt die Sonne die Produktion des Glückshormons Serotonin an. ...Außerdem erfahren die Leser, dass sie viel trinken sollen, wenn es warm ist und sich vor zu viel Sonnenlicht schützen sollen und Ähnliches, das OZ-Redakteure für berichtenswert halten und bitten Sie als zahlende Leser dafür zur Kasse.
1.7.09
Nochmals über Staatsschulden
Hier ein langer Text zum Thema Staatsschulden:
Staatsverschuldung
Billionen fressen Seele auf
... Es ist ein seltsam verkürztes Verständnis von der Verschuldung des Staates, das wir da offenbaren. Verkürzt und voller Angst. ...
Das Problem ist nur, dass die absolute Höhe der Staatsverschuldung für sich allein genommen überhaupt keine Aussagekraft hat. ... Viel ehrlicher wäre es, die Schulden eines Landes an dessen Wirtschaftskraft zu spiegeln - also an all den Waren, Dienstleistungen und Ideen, die von seinen Bewohnern jedes Jahr geschaffen werden. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt, liegt die deutsche Verschuldung bei etwas mehr als 60 Prozent. Das ist leicht unter dem europäischen Durchschnitt. ...
Doch es sind nicht nur die Finanzmärkte, die von den Schulden des Staates profitieren. Es sind auch die Bürger. Bundesschatzbriefe etwa gelten als absolut sichere Investition für Privatanleger. Und jede Lebensversicherung basiert zum Großteil auf staatlichen Schuldenpapieren, weil diese so krisenfest sind.
Es ist ein ganz entscheidender Denkfehler in der Schuldendebatte: Wir dürften unseren Kindern nicht unsere Schulden vererben, heißt es immer - dabei vererben wir ihnen doch auch unsere Wertpapiere. Und wir verdienen ganz gut daran, dass der Staat Schulden hat und deswegen Anleihen und Schatzbriefe ausgibt. Wir kassieren nämlich die Zinsen. Allein 613 Millionen Euro im vergangenen Jahr. ...
Und wenn er Schulden aufnimmt, um damit Straßen zu bauen, oder Schulen oder Krankenhäuser, dann kann es durchaus sinnvoll sein, dass unsere Kinder und Enkel einen Teil der Zinsen bezahlen. Denn sie haben ja auch den Nutzen: etwa in Form schnellerer Reisezeiten. Eines besseren Bildungssystems. Oder der gründlicheren Gesundheitsversorgung.
Was also würde passieren, wenn Deutschland gar keine Staatsschulden mehr hätte? Dann gäbe es niemand am Finanzmarkt, der in unsicheren Zeiten dank der eigenen Kreditwürdigkeit für Sicherheit sorgen kann. ...
Arbeitslosigkeit: Schein und Sein
global news 1596 01-07-09: Nochmal Arbeitsmarkt: Wir durchleben in diesem Jahr eine total veränderte Situation
wer glaubt, die Medien hätten heute eine korrekte Analyse verbreitet, indem sie ein Sinken der Arbeitslosenzahl oder eine - wenn auch verminderte - Frühjahrsbelebung verkündet haben ..
oder wer Meldungen geglaubt hat, die wieder einmal den Arbeitsmarkt von der Krise abgekoppelt darstellen, wie die der Süddeutschen Zeitung ("Mitten in der Krise fällt die Arbeitslosenquote: Die Zahl der Arbeitslosen ist leicht rückläufig") ..
der betrachte diese Darstellung in Abb. 14700, die die total andere Situation dieses Jahres deutlich werden läßt. ...
Eins muss noch erwähnt werden:
Urlauber-Gaststätten fehlt das Personal
Die Sozialagentur des Landkreises kann den Bedarf an Köchen und Restaurantfachleuten auf Usedom zurzeit nicht mehr decken. In Voraussicht auf das kommende Jahr wolle man deshalb verstärkt Fortbildungen und ergänzende Bildungsmaßnahmen anbieten, um Personen für einen Job im Gaststättengewerbe zu schulen ...Klar, schulen. Ob das hilft?
Was, wenn die Geschulten das Weite suchen und dort arbeiten, wo mehr Geld zu verdienen ist? Womit auch geklärt wäre, wie Arbeitskräfte gewonnen werden können: durch mehr Geld.
Langweiler des Tages
"Das hatte was von Eroberung"Ich nenne es seit Jahren Kolonisierung.
... Doch im Telegramm-Stil fügt er an: "Die Mauer wurde im Osten gestürmt. Der kleinere Teil war mutiger, der Westen unvorbereitet." Die deutsche Einheit sei "fast eine staatsrechtliche Sturzgeburt" gewesen; es gab keine neue Verfassung. ...Ich kann mir nicht vorstellen, dass Leute dafür freiwillig Geld ausgeben.
"Die Umstellung auf das neue System", sagt Bahr, "hatte etwas von Eroberung." Die großen Konzerne hätten viele Ost-Betriebe "totgemacht". Und mit den Kommunisten wäre man 1990 härter umgegangen als einst mit den Nazis. ... usw.
Übers Vergleichen
Fast 70 Prozent der Deutschen nutzen das Internet
... Im laufenden Jahr stieg der Anteil der Internetnutzer um vier Punkte auf 69,1 Prozent - der stärkste Anstieg der letzten sechs Jahre ... Der Trend dauert an, dass besonders mehr Ältere das Internet entdecken. Bei den unter 50-Jährigen liegt der Anteil der Internetnutzer inzwischen durchweg über 80 Prozent. Den größten Zuwachs gibt es in der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen: Dort stieg der Anteil der Internetnutzer besonders kräftig um 6,9 Punkte von 41,6 auf 48,5 Prozent.Hätte die OZ auch nur ein wenig Mut und journalistische Ehre, hätte sie herausgefunden, wie sich denn die Nutzung von Tageszeitungen veränderte. Wie sich die Auflagen veränderten, hatte ich kürzlich gezeigt. Dass sich die verkaufte Auflage der OZ seit Anfang 1998 um etwa ein Viertel verringerte, können Sie hier nachprüfen. Dass sich die Zahl der Nutzer dadurch nicht erhöhte, dürfte klar sein.
Das erfahren Sie natürlich nicht aus der OZ. Stattdessen schwadronierte der Chefredakteur einst:
Die überwiegende Mehrheit der Leser hat sich positiv zum neuen Erscheinungsbild der Zeitung geäußert (Wie viele Leser wurden gefragt, alle, mehr als die Mehrheit, ich?), und die Auflagenentwicklung des letzten Quartals unterstreicht auch, dass der eingeschlagene Kurs einer leichten Auffrischung des Blattes von der Leserschaft honoriert wird.
Wer die zitierten Gutachter wirklich sind
Studie: Verlorene Räume nicht mehr fördern
Im Nordosten ist ein Streit um die Förderung strukturschwacher Regionen entbrannt. Gutachter des Berlin-Instituts fordern, entsprechende Gebiete nicht mehr zu fördern, wenn diese keine wirtschaftlichen Perspektiven hätten. ...Von einem Mitarbeiter wie diesem erwarte ich nichts Aufklärendes zum Thema und schon gar nichts zum Berlin-Institut. Dass die OZ aber für das Online-Lesen des Artikels Geld verlangt, ist unverschämt.
Was die OZ Ihnen verschwieg, lesen Sie hier nach und Sie verstehen die Ergebnisse der sog. Gutachter, die Ende vorigen Jahres Käse über die Zukunft Europas verbreiteten:
Demografischer Wandel
Schluss mit dem Drama!
Medienwirksam stellt das Berlin-Institut eine plakative Datensammlung zur Entwicklung Europas vor. Seriöse Politikberatung ist das nicht. Ein Kommentar ...
Auch wenn das Berliner Team gerne den Eindruck eines Forschungs-Instituts macht, hier waren keine Wissenschaftler am Werk, sondern selbst ernannte Experten, die vom Rummel um den demografischen Wandel leben. Demografie, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Klima, Gesundheit - um sich mit den Themen auseinanderzusetzen, welche die nicht einmal eine Handvoll Mitarbeiter des Berlin-Instituts in nur einem Jahr abschließend beurteilt haben wollen, beschäftigt die Bundesregierung einen ganzen Reigen professionell besetzter Forschungsräte.
In der echten Forschung rümpft man über das pseudowissenschaftliche Gehabe des Thinktanks die Nase. Nur "Dosenfutter" produzierten die Berliner, sagen Wissenschaftler hinter vorgehaltener Hand. Nach welchem Schlüssel das Klingholz-Team aus dem nach eigenem Gutdünken ausgewählten Datenmaterial die Schulnotenbewertung berechne, sei nicht nachvollziehbar. Die neuen Bundesländer (70 bis 230 Einwohner pro Quadratkilometer) sind für das Berlin-Institut das "demografische Notstandsgebiet Europas". Zum Vergleich: Island, das in der Berliner Rangliste ganz oben liegt, hat drei Einwohner pro Quadratkilometer ...
Zum Glück ist es in den Medien inzwischen ruhiger geworden um den demografischen Wandel. Man hat begriffen, dass die Veränderungen auch große Chancen bedeuten und darum kein Drama sind. Das aber muss Klingholz immer wieder beschwören, sonst verliert er die Aufmerksamkeit, von der er und sein Institut schließlich leben. Was herauskommt, ist leider keine brauchbare Politikberatung, sondern plakatives Geschrei.
Im Online-Auftritt der OZ finde ich dies nicht mehr:
Nicht einmal aktuell würde stimmen, denn bereits am 25. Juni war es hier zu lesen.
Diese Querulanten aber auch!
Gauweiler und Gysi bremsen Europa-ExpressIn der OZ kann sich jedermann schnell als Querulant oder Bremser wiederfinden, heute die beiden oben Genannten.
Der Hauptartikel wurde getitelt:
Nachsitzen für EuropaDas ist Quark. Nachgesessen wird zugunsten der Demokratie. Die Entscheidung des Gerichtes war ein Versuch, die Bundesparlamentarier daran zu erinnern, dass sie mehr als Stimmvieh sind.
Wer es so sieht, hat dagegen einen klaren Blick:
Eine schallende Ohrfeige aus Karlsruhe
Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgericht wird die Demokratie gestärkt In anderen Ländern entscheidet das Volk, in Deutschland entscheidet Karlsruhe. ...
Aber auch das:
Nachtwächter über den Nachtwächterstaat
Die Behandlung des Themas durch die OZ erinnert an die leidige Berichterstattung über das geplante Kohlekraftwerk am Bodden. Auch dort durften Gegner des Projektes als grundsätzliche Verweigerer, als leicht bescheuert, ahnungslos, Fortschrittsverhinderer usw. dargestellt werden, obwohl es ausschließlich ihnen zu verdanken ist, dass die Giftschleuder nicht schon gebaut wird, mit verheerenden Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Das wurde während der Anhörung täglich bewiesen. Sollte die Giftschleuder nicht verhindert werden können, so würde sie wenigstens nicht so viel Gift und Dreck absondern, wie ursprünglich geplant und von den Befürwortern bejubelt.
Seidel und andere Bonzen sollten nicht im Kohledreck vor Dong liegen, sondern sich vor den Gegnern ein einziges Mal verneigen und ihnen danken - und vor allem endlich die Konzepte zur Entwicklung des Standortes Lubmin zur Kenntnis nehmen. Die Konzepte sind das Gegenteil von Quertreiberei und Bremserei, was auch die OZ bis heute nicht mitbekommen hat oder haben wollte und damit die Bunkerbewohner.
30.6.09
Appell gegen Bombodrom unterschreiben
Ich tue das, weil ich vermute, dass die OZ Sie nicht auf diese Möglichkeit im bösenbösen Internet hinweisen wird.
So werden Sie manipuliert
Bürgerinitiativen fordern Rücktritt von Wirtschaftsminister Seidel
Die Umweltverbände BUND und WWF sowie die Allianz der Bürgerinitiativen gegen das Steinkohlekraftwerk in Lubmin bei Greifswald verlangen den Rücktritt von Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU). "Seidel agiert, als wäre er ein bezahlter Lobbyist von Dong Energy", empörte sich gestern Torsten Jelinski von der Rügener Bürgerinitiative. Wohl wissend, dass WWF und BUND Landtagsabgeordnete aller demokratischen Parteien heute zu einem Informationsabend ins Schweriner Schleswig-Holstein-Haus eingeladen haben, rühre der CDU-Minister zwei Tage vorher kräftig die Werbetrommel für das Projekt des dänischen Investors. ...Die meisten Lügen, die Seidel aufgetischt hatte, wurden in dem Artikel nicht berichtigt. Sie bleiben stehen:
"Außerdem habe das Wirtschaftsministerium in einem Schreiben vom 27. Mai 2009 an das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Stralsund behauptet, dass der Bau des Kohlemeilers im "überwiegenden öffentlichen Interesse" liege und als "zwingende Gründe" dafür u.a. die hohe Arbeitslosigkeit in der Region und den Entwicklungsrückstand Vorpommerns angeführt. Beim Vorliegen "zwingender Gründe" wäre das StAUN verpflichtet, den Bau zu genehmigen - trotz Umweltbelastung und Gesundheitsgefahren. ...
"Stand doch in der Zeitung, das mit den 1500 Arbeitsplätzen, den 150 Dauerarbeitsplätzen, den Totalverweigerern; dieses Pack aber auch, sind gegen alles."
Die OZ schiebt einen Artikel nach und zeigt damit, dass ihr Sonntagsdienst, der Seidels Märchenpropaganda ungeprüft ins Blatt brachte, gegen einen journalistischen Grundsatz verstieß: Frage stets die Gegenseite, vor allem, wenn sie angepinkelt wurde. Dass es die gibt, dürfte auch in der OZ inzwischen bekannt sein. Einen Grundsatz würde ich einführen: Glaube niemals einem Bonzen.
Richtig wäre gewesen, die von Seidel Angepinkelten - die Bürgerinitiativen - zu Stellungnahmen aufzufordern und alles zusammen in einem Artikel zu verarbeiten. Die Redaktion hätte dabei gemerkt, dass Seidel glatt gelogen hat, z.B. als er den BIs diese sog. Fundamentalposition vorwarf. Durch die Stellungnahmen wären auch andere Ungereimtheiten aufgefallen. Die Redaktion hätte so vermeiden können, den Unsinn zu veröffentlichen und sich vorzuwerfen lassen zu müssen, der Kopierer vom Sonntag habe journalistisch versagt.
Der Artikel hätte einen Tag Zeit gehabt, falls sich der Sonntagsdienst damit herausreden will, er habe niemanden erreicht.
Im Übrigen bin auch ich der Meinung, dass Seidel zurücktreten soll, weil er nicht mehr als Wirtschaftsminister MVs agiert, sondern als Sondergesandter Dongs.
Was ist aus der Besiedelung des Pommerndreiecks geworden (ganz schön falscher Name für das Land, das kaum jemand will, dürfte höchstens Vorpommerndreieck heißen)? Gibt es dort immer noch nicht mehr als einen Schnellimbiss und ein Autohaus? Das wäre eine schöne Frage der OZ an den Rumsteher.
Bisher stehen auf 235 Hektar Fläche ein sog. Schnellrestaurant (Es nennt sich wohl so, weil Kunden dort schnell sieben Euro loswerden.) und ein Autohaus. Welch ein Boom!
(Dabei kann, wer dort investiert, mit einer bis zu 50-prozentigen Förderung rechnen.)
Hier ist nachzulesen, für wen sich der Standort besonders eignen soll:
Prädestiniert für Ansiedlung von Unternehmen der Bereiche: Logistik, Metallbau, Lebensmittelindustrie, Life Science
Und sie tun es doch
Steuer-Wahlkampf: Die Union schließt die ReihenUnd das, obwohl der Kommentator herausgefunden hatte:
Dabei bleiben die Aussagen zumeist hübsch vage und seltsam wattig. Selbst der "Steuerschwur", keine Steuererhöhungen!, schließt ein Drehen an der Steuerschraube nicht so kategorisch aus, dass sich nach der Wahl nicht doch eine Hintertür finden würde.Sie wissen genau, es ist überflüssiger Käse, über den sie berichten, und sie tun es doch und der Verlag verlangt auch noch Geld dafür.
Stellen Sie sich vor, Medien würden ihren Nutzern mitteilen:
Der CDU-Parteikongress brachte nur Vages und seltsam Wattiges zutage. Es lohnt nicht, darüber zu berichten. Uns ist der Platz in der Zeitung zu schade und wir würden uns schämen, etwas an Sie zu verkaufen, was für Sie nutzlos ist. Wir werden so handeln, bis uns Oberbonzen Konkretes zu berichten haben. Hier der Link auf die Seite der CDU, damit Sie sich langweilen können, wenn Sie unbedingt das Bedürfnis verspüren.
Eine Analyse, wie sie niemand in der OZ zustande bringt, finden Sie hier.
Bösesböses Internet aber auch
Das Gesetz für Netzsperren ist beschlossen: Meine Unabhängigkeitserklärung des Internets von der deutschen Politik
Das Gesetz zu Netzsperren wurde mit 389 Ja-Stimmen vom Bundestag beschlossen, entgegen allen Mahnungen und Kritiken fast aller befragter Experten. Um ein bisschen Stimmung für das Gesetz zu machen, musste die Regierung Bauernfänger auf die Straße und vor Fußballstadien schicken, um ahnungslose Leute mit irreführenden Fragen in die Falle zu locken. Und wie von Björk in obigem Video gefordert erkläre ich hiermit meine Unabhängigkeit, die Unabhängigkeit des Internets, von dieser ekelhaften Politik der Inkompetenz, der Heuchelei und der Lügen. ...
Liebe Politik,
nach diesem Beschluß eines Gesetzes, das in mehreren Punkten gegen das Grundgesetz verstößt (Aushebelung der Gewaltenteilung, Verhinderung der Aufklärung von Straftaten), wird es auf sie in diesem Internet nur noch Scheiße regnen. Das ist ein Versprechen.
Sie haben folgenden Fehler begangen: Sie unterschätzen das Netz. Und das im Jahr 2009, herzlichen Glückwunsch.
Jemand hatte neulich mal ausgerechnet, dass "wir" ungefähr 500.000 Leute zählen. Das klingt für politische Entscheider erstmal wenig, angesichts von 82.310.000 Einwohnern. Jetzt verrate ich Ihnen aber mal was: Laut der 2009er Onlinestudie der ARD: ist der Anteil der Internet-Nutzer in Deutschland [...] auf 67,1 Prozent (2008: 65,8 Prozent) angestiegen. 43,5 Millionen der bundesdeutschen Erwachsenen sind online - 0,8 Millionen mehr als im Vorjahr. (ARD)
Und hier nun der Fehler: Diese 500.000 Leute sind Teilnehmer im Netz. Die neuen Produzenten von Tweets, Postings und Content im Netz. Mit einem anderen Wort: Multiplikatoren. Und Sie wollen nicht wirklich 500.000 Multiplikatoren gegen sich haben, die Postings und Texte schreiben, die von 43,5 Millionen Menschen gelesen werden, oder? Haben sie aber, von jetzt auf ewig. Zum Vergleich: Die alteingesessene FAZ hat eine Auflage von 360.915 Exemplaren.
Diese 500.000 genannten Menschen haben Sie sich heute zum Feind gemacht. 500.000 Multiplikatoren im Netz, die twittern, bloggen und sich vernetzen. Und ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis: Wir werden nicht weniger. Surprise!
Ihre schmierigen, schmutzigen Tricks und Taktiken werden hier innerhalb von Minuten publik gemacht, für jedermann zugänglich.
Ohoh, dass sollte doch Aufgabe der Medien sein, der Qualitätsjournalisten, die dafür, nicht fürs Kopieren, bezahlt werden. Nicht, dass sie, die Kopierer-Verlage überflüssig werden!
Das reicht wahrscheinlich noch nicht, um die diesjährige Bundestagswahl zu beeinflussen und vier weitere Jahre voller Bullshit stehen uns ziemlich sicher bevor. Aber wie der Wahlkampf von Barack Obama zeigte, der es schaffte, über das Netz eine Graswurzelbewegung zu starten, die ihm die Werbespots finanzierte, die ihm zum Wahlerfolg verhalfen, wird auch diese Entwicklung auch hier stattfinden. Und dann gnade Ihnen Gott. ...
Und was macht die OZ heute? Sie füllt fast eine Seite mit dieser Anhäufung von Spekulationen:
Was wird aus Jacksons Nachlass?
Vorwürfe, Spekulationen, und tiefe Trauer - der Tod von Popstar Michael Jackson wirft viele Fragen auf: Was wird aus dem Erbe? Was aus seinen Kindern? Und wo wird Michael beerdigt?Keine dieser Fragen wird beantwortet, wobei mein Interesse in Sachen Nachlass gegen null geht, da ich nichts aus dem Nachlass erhalten werde. Das mag ja OZ-Lesern oder der OZ selbst anders ergehen. Doch auch sie erfahren nicht, wie viel aus dem Nachlass an sie überwiesen wird; könnten sogar Schulden sein. Schön aber für die Redaktion, die die Seite blitzschnell füllen konnte.
Macht es Spaß, dafür Geld auszugeben?
Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute
... Das ist vielleicht das strukturell schwerwiegendste Problem der Gattung: Die Zeitung erscheint zu oft, wird darum von den immer schneller werdenden Ereignissen vor sich hergetrieben, kommt nicht zu einer wirklich ausgeruhten Betrachtung, erreicht aber auch niemals das Tempo von Internet, Fernsehen oder Radio.
Allzu oft wandert die abonnierte Zeitung bei mir zu Hause ungelesen ins Altpapier. Es ist ja nicht nur so, dass die Tageszeitung morgens nur den alten Stand vom Vortag abbildet. Oft komme ich erst am Abend dazu, hineinzuschauen und dann sind die Artikel und Ansichten dort schon wieder mehrfach überholt. Quasi fast schon von vorgestern. Dafür kann die Zeitung nichts, aber ihr gedrucktes Angebot entspricht einfach nicht mehr meinem Medienkonsum-Bedürfnis. ...
Auf hoher See und vor Gericht bist du in Gottes Hand
Unschuldig im Knast
ARD, Mittwoch 1. Juli 2009, 23.30 Uhr
SWR-Fernsehen, Mittwoch, 23. September 2009, 20.15 Uhr
Eins Extra, Donnerstag, 2. Juli 2009, 20:15 Uhr
Eins Extra, Samstag, 4. Juli 2009, 17:03 Uhr
Eins Extra, Samstag auf Sonntag, 5. Juli 2009, 03:05 Uhr
Ein Film von Valentin Thurn, 44 Minuten
Es ist der Alptraum schlechthin: Der Tag, an dem „Im Namen des Volkes“ ein Richter spricht: schuldig! Der Verurteilte weiß: ich war es nicht. Doch keiner glaubt es ihm.
Drei Fälle stehen im Mittelpunkt dieser Dokumentation:
- Donald Stellwag, der neun Jahre wegen Bankraubs im Knast saß. Nur zwei Wochen nach seiner Entlassung wurde der echte Bankräuber auf frischer Tat geschnappt.
- Harry Wörz, verurteilt zu 11 Jahren Haft, freigesprochen nach fünf Jahren Haft und jetzt erneut vor Gericht, weil ihn die Staatsanwalt immer noch für schuldig hält.
29.6.09
Der Rumsteher erzählt Kohlekraft-Märchen, OZ macht mit
Seidel: Kraftwerk in Lubmin bringt Schub
Angesichts der Wirtschaftskrise stellt sich Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) mehr denn je hinter den Bau des geplanten Steinkohlekraftwerks in Lubmin. Das 2,3 Milliarden Euro teure Vorhaben des dänischen Investors Dong Energy beinhalte allein für Baumaßnahmen ein Investitionsvolumen von 600 Millionen, sagte Seidel.Offensichtlich sieht Seidel die Gefahr, dass die Wadan-Werften zugrunde gehen und wirbt erneut für die Giftschleuder (immerhin haben wir eine Giftschleuder ins Land geholt), während die Genehmigungsbehörden auf die restlichen Unterlagen des Investors warten. Natürlich beeinflusst der Minister die Behörden so auf keine Weise, oder doch? Dort fühlt sich niemand von der Regierung unter Druck gesetzt?
Rund 230 Millionen Euro wolle Dong Energy zudem in Kohlefrachter investieren, um deren Bau sich die Hegemann-Gruppe mit ihren Werften in Stralsund und Wolgast beworben habe.Das mag sein, das mit den 230 Millionen. Ob Hegemann sie erhält, bleibt offen. Hegemann bekommt den Auftrag nur, wenn er sein Personal noch schlechter bezahlt als die Südkoreaner, wo wahrscheinlich die offenen Kähne gebaut würden, auf denen die bis auf null bis drei Zentimeter gemahlene Kohle über den Bodden transportiert würde, was nach Kanzlerin Merkel auch bei Windstärke sieben nichts ausmacht.
Dieses ohne einen deutschen Cent finanzierte Investitionsvolumen sei deutlich mehr als die 316 Millionen Euro für Mecklenburg-Vorpommern aus dem Konjunkturpaket II, sagte Seidel.Ohne eine deutschen Cent? Sind Euro und Cent nicht eine europäische Währung? Tolles Deutsch!
Dong bekommt die gesamte Infrastruktur kostenlos, inklusive Einlauf-/Auslaufkanal, Hafen, Eisbrecherei im Winter, Schienen, Straße, usw. Das ist ganz klar eine Förderung durch das Land. Das Wirtschaftsministerium machte sich sogar zum Hausaufgabenhilfsdienst für Dong und lieferte dem Investor die 29 Seiten zum Thema
So etwas habe es in der bundesdeutschen Geschichte noch nicht gegeben, hatte Kohlekraftwerksgegner Eberhard Meißner schon vor längerer Zeit geschrieben und sogar die OZ hatte es mitbekommen.
Das Vorhaben hat eine enorme Bedeutung für die Bauwirtschaft und bringt Aufträge für den Schiffbau.Das ist Volksverblödung und dpa und die OZ merken es nicht, weil sie ahnungslos sind.
Nach Ansicht Seidels dürften die Effekte des Kraftwerks für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nicht unterschätzt werden. "Es geht nicht nur um die 1500 Arbeitsplätze in der vierjährigen Bauphase", sagte Seidel.
Die 1500 Arbeitskräfte würden maximal und nur zeitweilig benötigt. Im Durchschnitt würden 400 bis 500 Arbeiter beschäftigt sein. Diese Arbeitskräfte kämen, wie auch beim Bau des Kraftwerkes Moorburg, aus Osteuropa. Sie werden nicht die Lubminer freien Betten belegen, sondern in Wohncontainern auf der Baustelle hausen.
Bei den 150 Dauerarbeitsplätzen würden Kritiker häufig so tun, als ob die Ingenieure und Fachkräfte von außen kommen müssten.Das ist glatt gelogen. Nicht einmal in der Hilfsarbeit des Ministeriums für Dong wird so hoch gegriffen. Dort ist von 140 Arbeitskräften die Rede. In Wirklichkeit werden es 99 Arbeitsplätze (Betriebsrat gespart) sein. Dong will noch ein Kohlekraftwerk im Norden Ds bauen, zwei Blöcke, betrieben von 100 Arbeitskräften. Seltsam, oder?
Außerdem fragt sich (die OZ fragt sich natürlich nicht), woher die Arbeitskräfte für Kraftwerksbetrieb in MV gefunden werden sollten, wenn das Werk erst 2014 ans Netz ginge. Bereits 2010 ist der Rückbau des DDR-Atomkraftwerkes beendet. Die Beschäftigten wären also Langzeitarbeitslose. Schlussfolgerung: Die Betreiberarbeitskräfte kommen von außen.
Seidel mahnte die Umweltverbände an, die Entwicklung Lubmins als Industriestandort nicht zu gefährden. "Es gibt dort eine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber dem Standort." Diese "Fundamentalpositionen" seien nicht nachvollziehbar.Das ist gelogen!
Es erinnert sehr an die haltlosen Vorwürfe des Lügners Ringstorff und an dessen Beleidigung von Kraftwerksgegnern, sie seien nicht ganz richtig im Kopf. Wenn sich Ringstorff und/oder Seidel mit dem Konzept der Kohlekraftwerksgegner zur Entwicklung des Industriestandortes Lubmin beschäftigt hätten, würden sie solch einen Mist nicht von sich geben können. Die Vorschläge der Bürgerinitiativen sind keine Hirngespinste und berücksichtigen sowohl die Zukunft der Energieerzeugung als auch die Umweltbelange. Leute, die vor Dong im Dreck liegen, können natürlich nicht das Konzept lesen.
Übrigens haben die Befürworter noch keinen Investor gefunden, der sich neben Dong niederlassen würde. Also auch das Synergie-Effekte-Geschwätz ist nichts als ein Befürworter-Märchen, eines der vielen, die die OZ allzu gern vervielfältigt, ganz Regierungsblättchen.
Mein Bild vom im Kohledreck Liegenden stimmt nicht ganz. Er steht im Kohledreck und der Dreck reicht ihm bis an die Oberkante der Unterlippe, wenn er solch eine Lügengeschichte unters Volk zu bringen sich genötigt sieht. Der Mann muss aus seinem Amt gejagt werden, weil er wenig erreicht hat und stattdessen jene unter den Steuerzahlern, die für eine bessere Nutzung des Standortes Lubmin sind, in den Dreck ziehen will. Aber ich hoffe, sie lassen es nicht zu und wehren sich nach Kräften.
Danke für die Hinweise an Eberhard Meißner.
Hintergrund: Buga Schwerin
BUND präsentiert kritischen Führer zur Bundesgartenschau
In einer Broschüre mit dem Titel "Verbranntes Geld - Zerstörte Natur" rügt der Landesverband MV die Verschwendung öffentlicher Mittel. Diese hätten ökologische Schäden verursacht. So sei der Ausbau des Burgsees zum "Garten des 21. Jahrhunderts" als "naturnaher Ausbau" eines Gewässers deklariert worden, obwohl mit ihm zahlreiche geschützte Biotope beseitigt worden seien.Dagegen durfte dieser Propagandaartikel (Handel senkt Preise für Sommerkleidung) 284 Wörter lang werden:
Handel senkt Preise für SommerkleidungInteressenten finden hier die gesamte Pressemitteilung und hier die Broschüre, kostenlos.
Aus der Pressemitteilung:
Mit einer naturschutzrechtlichen Klage hatte sich der BUND 2006 gegen das 23 Millionen Euro teure Prestige-Objekt der BUGA, den so genannten Garten des 21. Jahrhunderts, gewandt. Das Projekt beinhaltete die Beseitigung zahlreicher geschützter Biotope an den Ufern des Schweriner Burgsees. Mit seiner Klage und einem anschließenden gerichtlichen Vergleich gelang es dem BUND, naturbelassene Uferzonen zu erhalten. Mit ihrem reichen Vogelleben gehören sie heute zu den beliebtesten Stationen der BUGA-Besucher. ...
Hochsubventionierte Gartenschauen sollten schließlich nicht nur 'Blümchenschauen' sein, sondern auch zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Für derartige Fragen gibt es ein waches Publikum, dass wir gezielt erreichen wollen. Außerdem bieten wir mit Vorschlägen für Natur-Erkundungstouren auch außerhalb des BUGA-Geländes Anregungen für einen längeren Aufenthalt in der Schweriner Seenlandschaft. ...
„Es ist ungeheuerlich, wie Lobbyarbeit und Parteigeklüngel von Kommunal- und Landespolitikern in diesem Fall das geltende Umweltrecht gebeugt haben. Ein derartig rechtswidriges Vorgehen darf nicht unter den Teppich gekehrt und muss für die Zukunft unterbunden werden.
Die OZ kehrt.
Unsere zentrale Forderung an die Politik ist, dass die hochsubventionierten Bundesgartenschauen künftig nur nach eigens für sie erstellten Richtlinien gefördert werden dürfen. Die Richtlinien sollten klar definieren, welchen messbaren Zielen der Stadt- und Regionalentwicklung eine Gartenschau zu dienen hat. Wenn das Land und die Landeshauptstadt Stadt Schwerin jeweils 30 Millionen Euro in die Hand nehmen, um eine BUGA zu fördern, dann kann es nicht sein, das damit Naturschutzflächen zerstört werden.“ ...
Mit der BUND-Broschüre zur BUGA liegt ein Beleg dafür vor, wie schnell der Erhalt der biologischen Vielfalt aus dem Blickfeld der Kommunal- und Landespolitik rückt, wenn kurzfristige wirtschaftliche Effekte locken. ...
Die Broschüre enthält haufenweise Themen - alles total uninteressant für Bunkerbewohner, meint die OZ.
"Sie werden sich wünschen, wir wären politikverdrossen"
Ich meine diese Ankündigung:
"Sie werden sich wünschen, wir wären politikverdrossen"
Kampfansage an SPD und Union: Nach dem Bundestagsbeschluss über Internet-Sperren kündigt die Netzgemeinschaft eine breite Front gegen die Netz-Wahlwerbung der beiden Parteien an - Online-Strategen von SPD und Union stehen vor einem echten Problem. ...
Leere Versprechen
Union verspricht: Wir erhöhen die Steuern nicht!Und was heißt das? Nichts. Wahlversprechen sind bedeutungslos. Warum werden sie dann wiedergegeben? Weil sich damit Zeitungsspalten blitzschnell füllen lassen.
Kein Wort verlor die OZ darüber, dass die CDU für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken eintritt, obwohl inzwischen klar ist, Bunkerbewohner ausgenommen, dass dadurch der Ausbau der erneuerbaren Energien bedroht würde. Davon will die OZ nichts wissen, könnte ja jemand auf die Idee kommen, dass mit der geplanten Giftschleuder am Bodden zu vergleichen. Würde auch zu dem Propagandaartikel für das Kraftwerk in der OZ passen, zu dem ich gesondert eintrage.
Dennoch: Viel Spaß beim Wählen im September!
Was das Wählen verhindert
Die Art und Weise, wie das geschieht, widerspricht demokratischen Grundsätzen:
Ein individuelles oder kollektives Bewusstsein über die politische, mediale und finanzielle Macht Bertelsmanns existiert meines Erachtens nicht oder nur sehr vereinzelt. Die Stiftung hält ihren zielgerichteten ideologischen und praktischen Einfluss auf die Reformen im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich weitestgehend bedeckt, um ihr Image als neutrale Vertreterin gesellschaftlicher Interessen nicht zu gefährden. So schafft sie es, sich ihrer Verantwortung für und einer Auseinandersetzung über die gesellschaftlichen Folgen der von ihr forcierten Reformen zu entziehen.
Dazu passt:
Blogs beeinflussen mit Bertelsmann
Hier können Sie nachlesen, was ich schon vor Jahren schrieb: Die Bundesparlamentarier sind einzig und allein Stimmvieh.
Dazu heute dies:
Eine verrückte Demokratie
Machtverlust des Parlaments
... Die deutsche Demokratie leidet, zumal seit der großen Wirtschaftskrise, an Entleerungsgefahr. Die Selbstherrlichkeit der Exekutive, also der Regierung, nimmt zu. Der Einfluss des Parlaments, des zentralen Orts der Demokratie, nimmt in unglaublicher Weise ab. ...
Es ist nicht "die Politik", die da agiert. Es ist in Deutschland allein die Regierung (als Marionette des Kapitals). Der Bundestag, der demnächst neu gewählt wird, spielt eine immer geringere Rolle. Er hat noch die Aufgabe, Kanzlerin oder Kanzler zu wählen. Dann hat er ausgespielt.
Der Bundestag schluckt - und stimmt zu bei allem, was ihm von der Bundesregierung vorgesetzt wird, so es ihm überhaupt vorgesetzt wird. Das ist auch eine Folge der großen Koalition, aber nicht nur. So war und ist es nämlich seit langer Zeit bei allen Anti-Terror-Gesetzen. So war und ist es bei allen EU-Gesetzen und Verträgen. So war und ist es bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr; hier mussten Parlamentarier gar ihre Zustimmungsrechte erst einmal im Wege der Organklage beim Bundesverfassungsgericht erstreiten. ...
Der Bundestag ... sagt nichts, er will nichts sagen, er hat nichts zu sagen. Das Parlament, das einst bei Gesetzen jeden Pfennig und jeden Cent umgedreht hat, und dem jeder Gesetzentwurf mit einem eigenen Abschnitt zu den "Kosten" vorgelegt werden muss, hakt die Multi-Milliarden-Aktionen der Kanzlerin, des Finanz- und des Wirtschaftsministers ab, als handele es sich um die 23. Durchführungsverordnung zum Einkommensteuergesetz. ...
Zu schlechter Letzt Müneferings Bürgerschelte:
Drei Monate vor der Bundestagswahl hat SPD-Chef Franz Müntefering mit ungewohnter Deutlichkeit das Verhältnis vieler Deutschen zur Demokratie kritisiert. In Deutschland säßen viele Menschen auf der Tribüne und behaupteten, es besser machen zu können, sagte Müntefering der "Welt am Sonntag". Sie seien aber nicht bereit, einen Teil ihrer Zeit zu investieren. Den Menschen müsse wieder klarwerden, dass sich keiner seiner Verantwortung entziehen könne. ...
Das ist so unverschämt, dass ich nicht das rechte Wort finde. Dieser Oberbonze, der es unfair findet, nach der Wahl an dem gemessen zu werden, was er vor der Wahl sagte, wagt es, mich und andere Deutsche auf diese schäbige Weise zu kritisieren.
Er verschweigt zudem, dass sich viele Bürger nicht allein mit ihrer Lebenszeit sondern auch mit ihrem Geld - nicht dem Münteferings, das er z.T. von den Steuerzahlern erhält - sehr wohl und hochengagiert für ihre und die Belange ihrer Umgebung einsetzen; er verschweigt, dass Bürger ihr Wohl selbst in die Hände nehmen müssen, weil die Regierungen es ihnen mit ihren Entscheidungen nehmen.
So und nun viel Spaß beim Wählen im September.
Hintergrund: sog. Ein-Euro-Jobs
... Es ist rechtlich inzwischen definiert als eine “Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung” (im Folgenden abgekürzt mit “MAE”).
Als diese ab 2005 eingeführt wurden, waren sie gedacht, “Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen, die keine Arbeit finden können wieder an Arbeit zu gewöhnen”. ...
In diesen, meist im Kultur- und Sozialbereich, aber auch in arbeitsintensiven Bereichen, wie öffentliche Grünpflege, Hilfskräfte in öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Verwaltungen, Bibliotheken, Pflegeeinrichtungen, Ämtern finden sich nun in den wenigsten Fällen Menschen, die im Arbeitsagentur-Jargon “multiple Vermittlungshemmnisse” haben.
Nicht diese kommen in diese Jobs, nein, die kann man dort wirklich nicht brauchen, denn um die müsste man sich aufwandreich kümmern.
Statt dessen hat sich die Praxis eingebürgert, MAEs mit durchaus gut qualifizierten Fachkräften, durchaus sogar mit akademischen Abschluss, einzusetzen.
Gründe gibt es dafür viele. Zwei davon nenne ich Ihnen etwas ausführlicher:
Gut (aus)gebildete Menschen, die aus strukturellen Gründen keine Arbeit finden und in die MAEs zugewiesen werden, funktionieren besser als die oben erwähnten “Mühsamen und Beladenen des Arbeitslosenheeres”. ...
Für die Beschäftigung in diversen öffentlichen Einrichtungen, seien es Kultur wie Stadtmuseen, Kindertheater, oder Sozialarbeit, Stadtteilarbeit, Umweltschutz etc., gibt es so genannte Trägerfirmen. ...
wie z.B. auch in Greifswald.
Diese Trägerpauschalen sind durchaus nicht gering. Sie belaufen sich in Berlin um Durchschnitt pro Teilnehmer auf ca. 500 Euro im Monat, können aber für z.B. akademische Teilnehmer schon gerne mal bis 700 - 800 Euro im Monat betragen.
Davon gehen für die Teilnehmer der Maßnahmen monatlich ca. 190 Euro als Aufwandsentschädigung ab (€ 1,50/Stunde, die Maßnahmen sind auf ca.
30 Wochen- Stunden angelegt, für Fehlzeiten und Feier- und Urlaubstage gibt es kein Geld).
Bleiben, je nach Höhe der Trägerpauschale, 300 bis 500 Euro pro Teilnehmer (monatlich!) in der Kasse der Träger, davon sollten die Träger aber ihr Personal, und die Betreuung der Menschen mit den “multiplen Vermittlungshemmnissen” in den Maßnahmen bezahlen.
Das jedoch ist Makulatur. Es gibt nur wenige Teilnehmer in den MAEs, für die dieses Etikett zutrifft (siehe oben).
Denn wenn Sie sich mal die Träger genauer anschauen, werden Sie sich wundern, die meiste Arbeit dort, inklusive der Verwaltung (und “Betreuung”) der Teilnehmer wird von Teilnehmern an den MAEs gemacht. Aber es gibt immer einen Geschäftsführer. Mit gutem Gehalt natürlich.
Und nun raten sie mal, woher das kommt.
Und was sie auch noch raten dürfen, ist, ob Teilnehmer in MAEs in der Arbeitslosenstatistik mitgezählt werden. ...
Für einen Single im ALG II-Bezug zahlt der Steuerzahler ca. € 350 dazu kommt in Berlin eine Wohnpauschale von ca. € 350 und an die Sozialversicherungsträger (KV, PV, RV) noch ca. € 200.
Dazu eine Pauschale an die Träger der MAEs von ca. € 500 und was haben wir dann: ca. € 1400, die man auch durchaus für einen sozialversicherten, subventionierten Teilzeitjob im Sektor Öffentlicher Dienst hinlegen könnte.
Will man aber nicht. Ist ja zu teuer.
Warum für eine höhere Mehrwertsteur plädiert wird
Hier sind Hintergründe umfassend beschrieben worden und kostenlos zu lesen:
Mehrwertsteuererhöhung = Subvention des Exports zulasten des binnenmarktorientierten Gewerbes
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Klaus Zimmermann wirbt schon seit längerem auffallend beständig für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 25 %. So in der FAZ / Anlage 1. Auch in einer Befragung von Spiegel Online vom 27. Juni (Anlage 2) plädiert er für eine Mehrwertsteuererhöhung. Auch andere Ökonomen und Politiker insbesondere der Union werben dafür. Trotz aller Dementis von Seiten der Bundeskanzlerin wird diese Erhöhung vermutlich kommen. Damit wird die Union wieder einmal die von ihr ansonsten hoch gehaltenen Prinzipien einer funktionierenden Marktwirtschaft verletzen. ...
Personalie Asmussen
Schattenmann unter Beschuss
... Kein politischer Beamter hatte je so viel Macht. Jörg Asmussen ist Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen und seinem Urteil vertrauen sowohl der Finanzminister als auch die Kanzlerin. Bankenrettung, Finanzmarktregulierung, Opel-Rettung - es gab in der Geschichte der Bundesrepublik wohl noch nie einen einzigen Mann, der die Verantwortung für so große Summen hatte. Gelder, die dem Steuerzahler, also uns allen, gehören.
Wer denkt, dass der Schattenmann der Regierung ein gestandener Ökonom sei, dem man diese große Verantwortung getrost anvertrauen könne, der irrt. ...Jörg Asmussen ist nicht nur Staatssekretär. Er sitzt auch im Lenkungsausschuss sowohl des Bankenrettungsfonds SoFFin und im “Wirtschaftsfonds Deutschland”, der über Staatsbürgschaften für Unternehmen entscheidet. In diesen beiden Gremien wird nach eigenem Gutdünken ohne parlamentarische Kontrolle über Summen entschieden, die einem ganzen Jahresetat des Bundes entsprechen. Weiterhin sitzt Asmussen im Verwaltungsrat der Bankenaufsicht BaFin, er ist Mitglied der Börsensachverständigenkommission, die neue Regeln für die Finanzmärkte aufstellen soll und sitzt nebenbei auch im Aufsichtsrat der Deutschen Post und der Deutschen Telekom. ... Jörg Asmussen ist ein sehr wichtiger Mann - auf dem Feld der Finanzmarktpolitik wahrscheinlich der wichtigste Mann des Landes. ...
Total uninteressant für die OZ.
27.6.09
Übers Armsein
Arme Schlucker: Den Millionären geht das Geld aus
Die Reichsten der Welt, es geht ihnen nicht gut in diesen Tagen: Sie sind ärmer geworden.... aber keine armen Schlucker, denn:
... Die Zahl der Ultra- Vermögenden mit einem Konto von mindestens 30 Millionen Dollar ging um 24,6 Prozent zurück. Zugleich schrumpfte das Geldpolster der Dollarmillionäre: Ihr Vermögen reduzierte sich um 19,5 Prozent auf 32,8 Billionen Dollar. ...Ihnen geht nicht das Geld aus, sie bleiben reiche Schlucker. Arm sind alle Alg 2-Empfänger und viele, die wenig mehr verdienen, als Alg 2-Empfänger erhalten.
Wer so schamlos den Begriff arme Schlucker missbraucht, zeigt, wie er über arme Menschen denkt, passt aber gut in die Redaktionen. Er verniedlicht die wahre Armut im Land. Er sollte aber keine Schlagzeilen mehr schmieden.
Was gegen die Giftschleuder spricht
Argumente der Kraftwerks-Befürworter überzeugen nicht
... Die Genehmigung eines Kohlekraftwerkes berührt ein breites Spektrum von technischen, naturwissenschaftlichen und rechtlichen Fragen. Gerade deshalb vereinen „die Gegner“ dieses Projektes sehr unterschiedliche Menschen mit verschiedenem Fachwissen. Dazu gehören Biologen, Ärzte, Juristen und u. a. auch Kraftwerksingenieure/Energieexperten. Die Argumente der Kraftwerksbefürworter konnten uns bisher in keiner Weise überzeugen, so wie diese auch unsere Einwände nicht widerlegen konnten, die während der Erörterung innerhalb von 16 Tagen fachlich fundiert und sachlich dargelegt wurden, woraufhin DONG seitenweise Auflagen zur Verbesserung des Antrages bekam.
Kohlekraftwerke dieser Auslegung und dieser Größe dürfen überhaupt nicht mehr gebaut werden, weil sie das Erdklima und damit die Existenz der Menschheit gefährden. Zahlreiche Experten warnen deshalb, dass die Bundesrepublik ihre hochgesteckten Klimaschutzziele nur erreichen kann, wenn keine neuen Kohlekraftwerke mehr genehmigt werden.
Speziell das Steinkohlekraftwerk in Lubmin darf nicht realisert werden,
weil die 4, 2 Mio. t Kohle für das Kraftwerk mit einem riesigen logistischen Aufwand von Übersee nach Lubmin gebracht werden sollen und über die Hälfte davon nur den Greifswalder Bodden heizen wird, da keine Abnehmer für diese enorme Wärmemenge vorhanden sind und auch nicht geschaffen werden können,
weil der Plan, in einer Gegend mit relativ geringem Elektroenergiebedarf drei Großkraftwerke zu errichten und den Strom dann über riesige Entfernungen mit konventionellen Leitungen zu den Verbrauchern zu transportieren, alle Prinzipien der Nachhaltigkeit verletzt,
weil die Einleitung großer Mengen gefährlicher Schadstoffe mit dem Abwasser und über den Luftpfad sowie 1200 zusätzliche Schiffsbewegungen pro Jahr das empfindliche Ökosystem des Greifswalder Boddens schädigen werden und damit internationalen Verpflichtungen, die Deutschland zum Schutz der Ostsee eingegangen ist, zuwiderlaufen,
weil durch den Schadstoffanteil in den Abgasen die Gesundheit der Bevölkerung und der Urlauber gefährdet und damit das Ziel der Landesregierung, M-V zum Urlaubs- und Gesundheitsland Nr. 1 zu entwickeln, in Frage gestellt wird,
weil durch die Errichtung von konventionellen Kraftwerken die Entwicklung und Installation von regenerativen Energieanlagen verhindert wird,
weil die Schaffung von 115 Arbeitsplätzen die Vernichtung Hunderter Jobs in der Tourismusbranche auch durch den Imageschaden, den das Land erleiden wird, nicht rechtfertigen kann,
und nicht zuletzt weil diese Gegend noch eine Perle der Natur ist und jede Industrieansiedlung hier sehr ausgewogen und bedacht erfolgen muss.
Waleri Lobanowitsch aus Kröslin
Absätze von mir
Betrachtung betrachtet
Lubmin hat gewähltSchauan, wer hätte das gedacht? Aufregende Schlagzeile!
Eigentlich sollten die Lubminer doch stolz sein: Sie haben letzten Sonntag etwas geschafft, was hierzulande immer seltener wird, eine Wahlbeteiligung von fast 73 Prozent. ...Liebe Lubminer, nun habt ihr den Salat, müsst euch vom Lokalchef sagen lassen, dass ihr stolz sein solltet. Ich weiß nicht, worauf der Mann sich etwas einbildet, Lubminern solch einen Ratschlag zu geben.
Eigentlich ist ein Unwort. Aber verraten Sie es nicht dem Lokalchef, er mag es so sehr.
Schaut man aber dieser Tage auf den Ort, ist unübersehbar, dass die Wahl auch ihre Spuren hinterlassen hat.Ich widerspreche: Nicht die Wahl hat Spuren hinterlassen, sondern der Kampf um das Kohlekraftwerk, völlig unabhängig vom Wahlausgang.
In Lubmin schlägt sich diese Stimmung aber bis aufs Alltagsleben durch. Da wird sich nicht mehr gegrüßt, berichten Einheimische, werden Gaststätten gemieden, weil deren Besitzer sich öffentlich für den anderen Kandidaten positioniert haben. Selbst in Sportgruppen wollen die einen nicht mehr mit den anderen trainieren, wie jüngst ein Leser mitteilte.Wie viele Lubminer grüßen noch einander (Nicht sich, stehen die alle vor dem Spiegel? )? Wie viele Lubminer kommen miteinander gut aus oder sogar besser als vor der Streiterei um das Kohlekraftwerk? Das ist dem Lokalchef nicht der Betrachtung wert.
(Der Mann hat mir einst erklärt, eine Betrachtung sei deshalb eine, weil eine Gegenstand oder ein Geschehen von verschiedenen Seiten betrachtet wird. Zählen Sie einfach mal die Zahl der Seiten.)
Übrigens würde auch ich eine Gaststätte nicht mehr besuchen, wenn ich mich dort nicht wohlfühlte, egal, aus welchem Grund.
Der neue Bürgermeister unterstützt das Vorhaben, will wieder ein Partner der Energiewerke Nord sein, zu denen der Unterlegene, Gallionsfigur im Kraftwerkswiderstand, alle Verbindungen abgebrochen hatte. Dies spaltet den Ort.Das heißt was? Vielleicht heißt es, die beiden Personen spalten oder nur eine von beiden spaltet den Ort (komisches Deutsch: einen Ort spalten). Das ist nicht erkennbar, bleibt rätselhaft. Da ich aber OZ-Leser bin, ahne ich, dass der ehemalige Bürgermeister der Spalter sein soll.
Ich kenne zwar eine Gallone, aber ich kenne keine Gallionsfigur, wohl aber eine Galionsfigur
zugkräftige, werbende Gestalt, Person an der Spitze einer Partei, Organisation, eines Verbands o. Ä.
Ob der bisherige Bürgermeister eine zugkräftige Gestalt war, weiß ich nicht. Richtig ist, dass er sich sehr gegen den Kraftwerksbau einsetzte, es aus vielen guten Gründen tat (was sich während der von der Greifswalder Zeitung gründlich gemiedenen Anhörung zeigte) und eben und vor allem weil er Bürgermeister war. Ihn als Galionsfigur des Widerstandes gegen die Giftschleuder darzustellen, ist übertrieben.
Wobei zu bemerken ist, dass die Gemeinde überhaupt keinen Einfluss mehr darauf hat, ob der dänische Investor Dong Energy am Bodden bauen darf oder nicht. Das obliegt allein den Genehmigungsbehörden. Fragt man sich also, wozu denn der Stress im Alltag?Wer ist man, der sich etwas fragt? Ist das Redaktionsleiter Amler? Dann sollte er sich endlich auf die Socken nach Lubmin machen und sich erkundigen, ob und wenn ja, wozu der Stress taugt.
Sicher hat die Gemeinde keinen Einfluss mehr, hatte ihn aber, wurde aber elendig ausgetrickst.
Doch darauf kommt es gar nicht an, denn es geht um die Zukunft des Ortes und darum, ob und wie die Gemeinde ihre Möglichkeiten nutzt, weitere dreckige Industrie zu verhindern, denn klar ist wohl, dass die Kraftwerke erst der Anfang sind: Denn wenn viel billige Energie vorhanden ist, sind schnell z.B. Chemieunternehmen bei der Hand, den Standort weiter zu verdrecken. Wer das nicht erkennt, ist im übertragenen Sinn kurzsichtig oder will es sein, beides für einen Journalisten untragbar.
Dass es allein den Genehmigungsbehörden obliegt, die Giftschleuder zu genehmigen, ist ein Märchen, eines von vielen, das in der OZ stand, immer wieder nachgebetet, doch von der Wirklichkeit längst als Märchen enttarnt. Selbst wenn der Lokalchef und die anderen Märchenerzähler Recht hätten und "die Behörden" das Werk genehmigten, erinnere ich an Asse (die Leute, die dort wohnen, kriegen ihre Häuser nicht einmal verschenkt) - das wurde auch genehmigt, um es zu missbrauchen, wahrscheinlich mit genau dem selben Druck aus politischen Kreisen wie jetzt in MV. Selbst die Kanzlerin war sich nicht zu schade, um CDU-Mitgliedern mit einer Lüge den Weg zur Giftschleuder zu weisen.
Das alles interessierte den Betrachter Amler nicht, als er von alleinigen Obliegenheiten schwadronierte, im Chor mit Unternehmern, einem Minister (aus dessen Haus die 23 Seiten Text für die Dong-Unterlagen zugearbeitet wurden, ein beispielloser Vorgang, Bananenrepublik) und selbsternanten Ratgebern.
Verbogener Journalismus
Negativpreis für Arge Greifswald
Das Jobcenter Greifswald hat gestern den Negativpreis "Verbogener Paragraf" der Evangelischen Obdachlosenhilfe verliehen bekommen. ...Das ist falsch. Verliehen wurde der "Verbogene Paragraf" bereits Anfang November vorigen Jahres. Die Greifswalder Zeitung benötigte damals eine Woche, um zu melden, dass die Greifswalder Arge als schlechteste bundesweit eingeschätzt worden war und ließ sich vom Arge-Chef billigst abspeisen.
Das Fass zum Überlaufen brachte der Fall eines Greifswalders, der seine Wohnung verlor, weil er aufgrund hartherziger Sanktionen der Arge keine Miete mehr bezahlen konnte. Er wurde ins Obdachlosenheim abgeschoben.Das ist falsch. Die Abschiebung ins Obdachlosenheim (Was ist aus der Geschichte geworden?) wurde erst Anfang 2009 bekannt, nicht durch die OZ, die hier zu Hause sein will, sondern durch die Fernsehsendung Panorama. Da lag die Verleihung des "Verbogenen Paragrafen" zwei Monate zurück.
Von der Arge war niemand zur Verleihung des Verbogenen Paragraphen gekommen.Ein Journalist würde sofort einen Termin mit dem Arge-Chef machen, sich nach neuerlichen Paragrafenverbiegungen erkundigen und den Mann befragen, warum er sich das Überreichen des Preises schenkte. Er hat sich das wahrscheinlich nur getraut, weil er von Medien wie der OZ nichts zu befürchten hat.
Einfach mal nachfragen
Südfrüchte aus dem Norden
Nicht so süß, aber besonders gesund - das könnten die Pfirsiche, Tafeltrauben, Melonen und Aprikosen von morgen sein. Hochwertiges Obst, das aufgrund des besonderen Klimas nur hier im Norden, genauer zwischen Neubrandenburg und Stettin, erzeugt werden kann. ...Und warum ausgerechnet zwischen Neubrandenburg und Stettin? Ganz klar, wegen der Fördermittel, denn:
Das Projekt der beiden Hochschulen in Neubrandenburg und Stettin erhält Fördermittel aus dem europäischen Entwicklungsfonds INTERREG in der Grenzregion Pomerania.Niemand kam auf die Idee zu fragen, warum denn nichts getan wird, die Abwärme der geplanten Kraftwerke am Bodden für die Südfruchterzeugung zu nutzen. Ist die Gier auf die Fördermittel größer?
Hatten nicht Befürworter von einem Blumenmeer neben dem geplanten Kohlekraftwerk gesponnen und auch sonst allerlei schwadroniert, ohne dass sich die OZ damit auseinandersetzte?
Warum nimmt die Redaktion den Bericht nicht zum Anlass, die zukünftigen Blumenzüchter zu fragen, was denn aus der und anderen Spinnereien wurde?
Nachfragen muss unheimlich schwer sein.
Über Umfrageergebnisse
Allgemein stellen die Medienforscher eine stabile und sogar steigende Nutzung von Printmedien bei gleichzeitig wachsendem Internetkonsum fest.
Aha, und das, obwohl sich die verkauften Auflagen der Tageszeitungen und Zeitschriften seit Jahren verringern, wie die Diagramme der IWV belegen, worüber Sie aus der OZ nichts erfahren. Könnten ja Leser auf Ideen kommen.
Die verkaufte Auflage der Wochenzeitschriften blieb fast konstant.
Keine Ahnung, wer den Fragenden diesen bildlichen Floh von der steigenden Nutzung von Gedrucktem ins Ohr setzte. Die Wirklichkeit zeigt genau das Gegenteil.
Nun beglückt die OZ heute ihre Leser mit diesem Quatsch, ebenfalls von TNS Emnid:
Umfrage: DDR kommt gut weg
20 Jahre nach dem Mauerfall sieht mehr als die Hälfte der Ostdeutschen nach einer neuen Umfrage die DDR positiv. ...Soso, 1208, also etwa 600 hie und 600 da, das ist ja massenhaft Material, hochrepräsentativ!
Befragt wurden im April 1208 Menschen in Ost und West. ...
Ironie beiseite. Ich frage mich jedesmal, wer die Leute sind, die auf solche Fragereien eingehen und bereitwillig (irgendwelche) Antworten geben.
Natürlich fragte weder die Nachrichtenagentur noch der gut bezahlte Kopierer der OZ, wer genau denn da befragt wurde. Wer ab und zu ein wenig nachdenkt, kommt auf die Idee, dass Leute, die im Osten wohnen, aus dem Westen kommen können und umgekehrt, und dass Leute, die heute 25 Jahre alt sind, so gut wie nichts über die DDR wissen, weder hüben noch drüben, sich kein Urteil erlauben dürfen. Erlauben sie es sich doch, ist deren Urteil nichts wert.
Schließlich frage ich mich, was mit solch einer Befragung überhaupt bezweckt wird. Was nützt es zu wissen, wie viele Befragte dies oder das meinen, denn nur das und nichts anderes finden die Befrager heraus. Niemand weiß, was die Hälfte der Ostdeutschen über die DDR denkt (und das ist in Ordnung), auch wenn die OZ das ahnungslos und seitenfüllerisch behauptet.
Die Meldung ist ist inhaltlich hohl und statistisch nichts wert, sozusagen doppelter Schrott.
Übrigens kotzt mich diese hohle Schreiberei in vielen Medien über den Mauerfall über alle Maße an. Was da den Lesern zugemutet wird und noch werden wird!
Wenn Sie zahlender Leser sind und es Ihnen genauso geht wie mir, teilen Sie dem Medium mit, dass Sie verschont werden möchten, denn das Schlimmste kommt ja erst noch im Oktober.
Ruhe ist die erste Bürgerpflicht
Tarifverdienste wachsen in Frankreich seit fünf Jahren stärker als in Deutschland
Kleiner Hinweis: Die Betonung liegt auf Tarif.
Vergliche jemand die Verdienste auch der nicht Tarifgebundenen, läge D noch weiter hinten, denn Das Gesamtlohnverhältnis hat sich noch stärker zum Nachteil Deutschlands entwickelt, weil in Frankreich die Mindestlöhne (8,71 Euro pro Stunde) zum Tragen kommen.
Wie Deutschland seine Schulden loswerden kann
Deshalb hier die Gedanken eines Mannes, der untersuchte, wie Deutschland seine Schuldenlast abbauen könnte:
Bekommen wir die Verschuldung überhaupt noch in den Griff?
Viele Menschen sind angesichts der wachsenden Staatsverschuldung in Sorge und fragen, ob es überhaupt noch einmal möglich sein wird, diese Schulden abzubauen. Diese Sorgen sollte man ernst nehmen, auch dann, wenn das Thema erkennbar benutzt wird, um politische Entscheidungen gegen die Interessen der Mehrheit zu begründen - etwa um eine Mehrwertsteuererhöhung auf 25 % durchzudrücken oder den Abbau sozialer Leistungen fortzusetzen. ...
Hintergrund: Börse
... Der Markt ging also tatsächlich etwas nach oben. Die Zeitungen setzten sofort darauf an. „Bodenbildung!“ „Das Schlimmste gesehen?“ Schon kam bei einigen Marktteilnehmern etwas Hoffnung auf. Sie kauften. Die Märkte stiegen also weiter (mit sehr dünnen Umsätzen). Bei steigenden Kursen suchen die Medien immer die positiven Meldungen aus dem ganzen Informationsstrom des Tages aus, um damit die Kurserholung zu begründen. Die meisten negativen Meldungen werden in dieser Zeit völlig ignoriert und finden allenfalls auf Seite 5 statt (in der OZ sowieso). Dadurch kommt es zu einer positiveren Grundstimmung der Anleger, die diese gefilterten Meldungen ja lesen. ... Warnende Stimmen werden ignoriert. ...
Die ganze Angst, die negative Betrachtung der Lage von vor wenigen Wochen ist verdrängt. Die Welt hat sich absolut nicht verändert, nur die Sichtweise wird eine andere. Die eignen Urinstinkte drehen von Angst auf Gier. Der Markt läuft weiter bis zur nächsten charttechnisch wichtigen Marke, eben dem Bereich 5000/5350. Hier kommt bei allen, die noch nicht dabei waren die große Gier. Die Torschlusspanik. ...
Nach allen Regeln der Chart- und Wellenanalyse, bei Berücksichtigung der harten wirtschaftlichen Fakten und der düsteren bis katastrophalen Aussichten, müsste der Aktienmarkt jetzt deutlich zurückkommen. Nächstes Ziel sollte 4200 sein, hier gilt es die Lage neu abzuschätzen. Auch aus „strategischer Sicht“ sollte es nochmals zu einem großen Ausverkauf kommen. ...
Alles spricht also für ein nochmaliges – und vielleicht letztmaliges – Einbrechen der Märkte. Aber: Es gibt eine Variante, die all dem entgegensteht. Dieses obige Szenario sehen zurzeit viele Teilnehmer. Besonders die Chinesen. Diese kaufen seit Monaten wie vom Satan gehetzt Rohstoffe rund um den Globus. Sie versuchen so aus dem Dollar rauszukommen. Oder glauben Sie im Ernst, die Rohstoffe hätten sich in den letzten Monaten verdoppelt, weil die Konjunkturaussichten so toll sind? Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte das reine Krisenmetall Gold fallen müssen. Gold ist aber mit hochgeschossen. Ergo, es war eine reine Flucht aus der Währung rein in Anfassbares.
Viele Banken und Großinvestoren sitzen auf riesigen Geldbeständen, die dringend investiert werden wollen. Dem Geld traut man nicht und den Anleihen erst recht nicht. Also bleibt nur das Aufspringen auf Aktien, Rohstoffe etc. Manche Bank wartet nur auf etwas tiefere Kurse um einzusteigen nachdem man bei der Aufwärtsbewegung seit 3600 kaum dabei war. Den meisten ist völlig klar, dass Aktien und Rohstoffe zu teuer sind, aber sie haben einen echten Wert im Gegensatz zum Papier.
Hier entscheidet sich in diesen Tagen also sehr viel.
26.6.09
Themen über Themen mit einer Meldung abgetan
Nicht online zu erreichen war diese Meldung der Usedom-Peene-Zeitung über die Vorstellung des sog. Ortszentrums.Was die OZ-Leser aus der Gemeinde daraus ersehen könnten, die nicht die Theatervorstellung besuchten, ist mir nicht klar - Journalismus sechs minus.
Der Einblick wirkte plastisch, war es aber nicht. Vor allem vermieden die Vorsteller, die hässlichen Seiten des Projektes zu zeigen. Sie zeigten sie nicht einmal zweidimensional. Z. B. wurde nicht die Schlucht gezeigt, die zwischen dem zukünftigen Hotel und dem benachbarten Kurhotel-Turm entstehen würde. In der 30 Meter hohen Schlucht werden nicht nur der Ost- und der Westwind kräftig pfeifen. Sie wird auch so eng sein, dass die Gäste im jeweiligen Nachbargebäude sehen können, ob ihr Gegenüber rasiert und frisiert ist. Allerdings könnte so etwas das von der OZ so gern beschworene Wir-Gefühl beflügeln.
Es wurde nicht nur die Höhe (30 Meter; die OZ verschweigt weiter mit konstanter Boshaftigkeit die tatsächliche Gebäudehöhe, die sie mit 26 Metern angab) des Gebäudes kritisiert, sondern auch seine Länge von 75 Metern. Es wurde vor allem darauf hingewiesen, dass der Komplex insgesamt unangemessen groß wird und für die Umgebung unangemessen viel Verkehr hervorrufen wird.
Alles Weitere wissen Sie schon seit gestern.
Das angebliche Ziel, die Pläne zu verdeutlichen, wurde nicht erreicht, weil mit Tricksereien die unangenehmen Seiten des Projektes nicht gezeigt wurden. Es ging nicht darum, etwas zu verdeutlichen, sondern darum, den Heringsdorfern das Projekt quasi schmackhaft zu machen.
Die OZ-Meldung hat einen Informationswert gegen null.
Ich erhielt einige Meinungen zum Vorhaben:
- Der Architekt sollte sich vielleicht einen anderen Beruf suchen, oder sich auf kleine Häuser konzentrieren, wo das Zählen leichter fällt (bezieht sich darauf, dass die Geschosszahl erst ermittelt werden musste; der Architekt kannte sie nicht, wie er auch Höhen, Längen und Breiten nicht kannte.) Ich hoffe auch, dass die neue Gemeindevertretung etwas ändern kann, soweit es möglich ist. Ich denke der Bürgermeister hatte nur Glück, dass seine Amtsperiode auf einen so langen Zeitraum beschlossen wurde.
- Hier geht es mal wieder um intensiven Kommerz. Damit wird das Zentrum in Heringsdorf total verbaut und der Autoverkehr mehr oder weniger bis an den Promenadenbereich geplant. Ich kann mich noch an eine Gemeinderatssitzung erinnern, in der ein Planungsbüro den Verkehr eher aus den Badeorten herausnehmen und die Tagestouristen mit Shuttlebussen transportieren wollte. Das wäre ein tolles Aushängeschild für die Kaiserbäder gewesen !
Nun, offensichtlich ist der sanfte Tourismus hier nicht gewollt und die Historie schon lange nicht mehr. Das ist ein Armutszeugnis für die Gemeinde; aber offensichtlich haben die Betonklötze nach wie vor das Sagen....
- Wie beim Grand Hotel Bansin, ist ja das Drama, verständlich zu machen und verstanden zu werde, wie es aussieht und was passiert? Ich war vor 4 Wochen in Westerland Sylt. Mit gleicher Argumentation, Wachstum, Qualitätsverbesserung, Wellness und Infrastruktur wurde in den 70 er Jahren das Seebad zubetoniert. Das war in den 70-ern hochmodern. Möglicherweise wird die heutige moderne Architektur später ebenso bewertet.
Gleiches passiert momentan in den Kaiserbädern. Jetzige Investoren nutzen den noch guten Ruf der Kaiserbäder, um noch weiter Eigentums- Miet und Tourismusflächen hineinzubauen. Die Frage stellt sich nicht mehr ob, sondern wann es umkippt und der Urlauberrummel nicht mehr das Urlausideal ist. Was passiert, wenn das Geld ausbleibt? Beispiele abgehalfteter Tourismushochburgen gibt es genug. Die Finanzkrise sollte zu denken geben, wie die Banken sich verzockten, gleiches droht bei falscher Immobilienentwicklung.
Wohin entwickelt die Insel?
Meiner Ansicht nach sind Kommune und Bauamt mit dem Problem völlig überfordert und dafür auch nicht ausgebildet. Die Mitarbeiter tun mir Leid. Einzelne müssen sich mit schwergewichtigen Problemen auseinandersetzten, die andererorts durch Teams mit qualifizierten Fachleuten bewältigt werden.
Welche Mechanismen sind anzuwenden, um den Kulturwert einer Wachstumsregion zu gewährleisten ?
Welche Mechanismen braucht die Insel? Die Kommune hat Autorität, sie zu erlassen.
Die Anfangs der 90-er erstellten Gestaltungssatzungen, sowie auch das energische Auftreten Bürgermeister Mohrs waren richtige Ansätze. Qualifizierte Festsetzungen und Bebauungspläne sowie Kapazitätsgrenzen und Bebauungsdichten wären das Mittel zur Sicherung der Wertstabilität gewesen.
Aufschreiberei und Journalismus
Umweltverträglichkeitsprüfung für Golfplatz Peenemünde läuftAbgesehen davon, dass eine Prüfung, welche auch immer, nicht laufen kann, hat mich der gesamte Artikel gewundert. Da hat sich wieder einmal jemand irgendetwas erzählen lassen und hat es aufgeschrieben. Das nenne ich Aufschreiberei und nicht Journalismus.
Bälle sollen 2013 fliegen
... Seit Anfang des Jahres hat die Fair Green Peenemünde GmbH ihren Sitz am Peenemünder Flugplatz. In den nächsten vier Jahren will das Unternehmen auf einer Fläche von rund 100 Hektar östlich vom Nordhafen einen Golfplatz (OZ berichtete) errichten. ...
Ich habe herausgelesen, dass der Golfplatz zwischen Nordhafen und Flugplatz entstehen soll. (Klar beschrieben ist es nicht, denn östlich des Hafens liegt auch Sibirien.)Wenn das so ist, dann sollen die Golfer also neben einem Raketenstartplatz spielen, oder vielleicht auch die Raumfahrer, die sich vor und nach dem Raumflug mit Golfen entspannen.
Stand doch in der OZ, das mit der Raumfliegerei. Schon vergessen? Genau das meine ich mit Journalismus, der weit über Aufschreiberei hinausgeht. Einfach mal nachfragen, wie Raumflugbasis und Golfplatz harmonieren oder wenigstens, was aus dem Weltraumbahnhof geworden ist.
Kommentar zum Kommentar
Proteste in Warnemünde und WismarDas gilt nur, solange die Werft existiert. Danach hieße es: Wir sind arbeitslos!
Wir sind die Werft!
Ich weiß nicht, warum der Kommentator das nicht berücksichtigte. Ist die OZ dazu da, die Leute bildlich aufzurichten? Hatte sie versucht, auch die Kraftwerksgegner aufzurichten, Bürger dieses Landes, viele zahlende OZ-Leser darunter? Ich kann mich nicht erinnern.
Der erste Satz:
Ein Land rückt zusammen.Achja, tatsächlich? Das ist maßlos übertrieben, Kammschererei in allzu bekannter OZ-Manier.
Es waren beeindruckende Bilder und Signale, die gestern aus Wismar und Rostock gesendet wurden, und die in ganz Deutschland zu sehen waren. Bilder der Einigkeit und Solidarität. Von blaubehelmten Werftmitarbeitern mit Transparenten und Gewerkschaftsfahnen.1. Die Einigkeit und Solidarit endeten spätestens, wenn bekannt würde, dass z.B. 500 Arbeiter oder noch mehr entlassen werden sollen, endet vielleicht schon, wenn Kurzarbeit verordnet wird, endet, wenn der Kampf um verbleibende Arbeitsplätze beginnt.
2. Und wen in ganz D jucken die Bilder und Signale? Es gehen überall Leute auf die Straße aus Angst vor ihren Arbeitsplätzen, und das wird noch zunehmen. Als das Nokia-Werk in Bochum schloss und die Bilder in ganz D zu sehen waren - hat das irgendetwas genützt, hat das das Land gejuckt? Bilder und Signale werden so lange nichts nützen, bis die Arbeitenden wieder begreifen, dass sie alle gemeinsam in ganz D (besser noch darüber hinaus) etwas tun müssen. Allerdings müssen sie auch begreifen, dass die Auf-Die-Straße-Rennerei nur zeitweilig etwas bringt, so lange, bis sich andere, durch die Massen an die Macht gebracht, zu Bonzen entwickeln, wenn sie es nicht schon waren und sich eingerichtet haben und das gleiche Spiel mit vielleicht anderen Mitteln weiter betreiben - als Marionetten derer, die die wirkliche Macht haben, die des Kapitals.
Asmussen, der Ungemachbringer
Union rückt von Staatssekretär Asmussen ab
Bei der Aufarbeitung des HRE-Desasters richtet sich die Kritik gegen Jörg Asmussen: (für den SPIEGEL) Neue Dokumente zeigen, dass der heutige Staatssekretär im Finanzministerium früher als bislang bekannt über die Krise bei der Münchner Bank informiert war. Selbst die Union geht zunehmend auf Distanz zu ihm. ...
Hintergrund: schöne Welt der der privaten Altersvorsorge
Ein Berater, nicht Verkäufer, hätte Ihnen so ein Ding erst gar nicht angedreht, und wenn, dann darauf hingewiesen, dass nur die Mindestverzinsung garantiert ist (hoffentlich wenigsten die).
Darauf wollte ich hinaus:
Policen-Verzinsung
Haben Lebensversicherer die Erträge der Kunden verzockt?
Lebensversicherer sind stärker bei Schrott-Papieren engagiert, als sie bisher eingeräumt haben. Die Gutschriften für die Kunden stehen deshalb auf dem Spiel. ...
Kommentar zum Kommentar
... Zum Glück sind die Welterbeschützer hart geblieben. Nachdem sie jahrelang letzte Ultimaten gestellt und der Stadt Dresden immer wieder die Chance gegeben hatten, die bauliche Verschandelung ihrer Elbauen zu überdenken, fällten sie nun die einzig konsequente Entscheidung: Dresden verliert seinen Welterbetitel. ...
Alles begann damit, dass eine unnütze Elbquerung an der schönsten Stelle der Elbauen per Bürgerentscheid durchgesetzt wurde. Man hatte der Bevölkerung versprochen, Staus zu beseitigen, wo kaum Staus sind. Man hatte ihr Beschleunigung versprochen, wo der Autoverkehr sowieso nicht wird abfließen können. Man übertrat alle Gebote einer vernünftigen Stadtplanung und eines schlichten Umweltschutzes, man verschwieg die absehbaren Folgeprobleme eines millionenteuren Brückenungetüms (innerstädtische Lärmbelastung, neue Staus) und unterschlug kostengünstige Tunnelalternativen (die zwar verkehrsplanerisch auch Humbug, aber ästhetisch weniger zerstörerisch gewesen wären).
Diese Aufklärung hätten auch die OZ-Leser verdient, zumal sie für die Zeitung zahlten, ich und Sie jedoch den Kommentar kostenlos im bösenbösen Internet lesen können.
Mit einem Wort: Die Bürger wurden systematisch belogen und die warnenden Worte der Unesco wurden gründlich missachtet. Selbstherrlich forcierten die Provinzpolitiker des Freistaates den Brückenbau nach dem Motto: Bei uns zuhause bestimmen wir. Feige schwiegen die Parteikonsenswahrer der Bundesregierung zu der Verletzung eines internationalen Abkommens. ...
Es ist traurig, dass in dieser Republik die Gerichte zu letzten Instanzen des Natur- und Kulturschutzes geworden sind. Wo kein Kulturminister, keine Kanzlerin sich zuständig fühlen, sollen nun Richter in die Bresche springen und der Vernunft zu ihrem Recht verhelfen. Armes Deutschland. Armes Dresden. Ihr habt Euch den Spott der Welt redlich verdient.
Nachtrag, 27. Juni:
Die OZ war nicht in der Lage, Hintergrund über die Nutzlosigkeit der Brücke zu vermitteln. Deshalb erhielt sie zwei Leserbriefe, die sehr schön zeigen, wohin mangelndes Wissen durch fehlenden Hintergrund führt - eine zweifache Leserverdummung.
Nur schade, dass auch andere Unbedarfte diese Briefe lesen werden.
Hintergrund: Netzsperren
Netzsperren
"Ihnen ist egal, was wir denken"
Wo beginnt Zensur im Netz? Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über die Stoppschilder vor Kinderpornoseiten ...
von der Leyen: ... Natürlich kann Frustration entstehen, wenn man merkt, dass ... ein Beschluss anders fällt, als Sie sich das gewünscht hätten. Aber über diesen Punkt müssen Sie hinweg und sagen: Wir beteiligen uns weiter an den Diskussionen. Protest nutzt wenig, wenn man nicht auch Mehrheiten überzeugt. Dafür steht die Demokratie, die wir haben.
Heine: Das tun wir. Für mich ist die Petition der Anfang einer völlig neuen Oppositionsform außerhalb der politischen Parteien. Ich denke, da wird in Zukunft eine Menge passieren. Wir werden auch weiter Gespräche führen. Ganz sicher werden wir aber auch die juristischen Wege beschreiten und Verfassungsklage einreichen.
Was sonst noch so in Dubai los ist
Könnte aber auch sein, dass dort ganz andere Zustände herrschen. Hier ein langerlanger, hochinteressanter Hinweis darauf und hier wird auf den Text verwiesen.
25.6.09
Verlegergejammer verspottet
Verleger hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht!
... Also, liebe Verleger und Geschäftsführer: Habt Ihr einen Arsch in der Hose? Habt Ihr Eier? Dann holt den Knoblauch gegen den digitalen Vampir heraus. Eure IT-Abteilung hat ihn. Er besteht aus einer simplen Programmzeile, die verhindert, dass die Google-Roboter Eure Seite besuchen und auflisten.
Und dann steht dazu, dass Eure Online-Auftritte gen Nirvana driften, an Anzeigenumsätzen verlieren und Eure Geschichten sich nicht mehr verbreiten.
Das wäre eine mannhafte und leicht zu bewältigende Handlung. So lange aber, bis Ihr dies tatsächlich tut, seid ihre weinende Mädchen, die sich überfordert fühlen vom Wandel ihrer Branche.
Es ist menschlich, sich überfordert zu fühlen. Nur darf man dann nicht die Verantwortung für Mitarbeiter übernehmen.
Hintergrund: Geldanlage
"Der Dax könnte sich nochmals halbieren"
... ARD.de: Wie sollten die Anleger darauf reagieren?
Mack: Der Privatanleger sollte vorerst dem Aktienmarkt fernbleiben bzw. Kursicherungen vornehmen. Grundsätzlich empfehlen wir mindestens zehn Prozent in Edelmetallen wie Gold und Silber zu halten, aber nicht in Form vom Papier-Gold, wie beispielsweise Zertifikaten. Erst wenn sich ein kalkulierbares Fundament an den Finanzmärkten abzeichnet, sind
Aktieninvestments wieder zu verantworten, auch als Schutz vor Inflation. Längerfristig gehen wir von einem Inflationsschub aus, daher sollte man insbesondere auch am Rentenmarkt sehr vorsichtig agieren. Bei Investments empfehlen wir, nur auf erstklassige Papiere wie Bundesanleihen mit einer Laufzeit von maximal zwei Jahren zu setzen....
boerse.ARD.de: Fachleute wie der Wirtschaftsweise Peter Bofinger werden nicht müde darauf hinzuweisen, dass man die zusätzliche Liquidität innerhalb einer Woche wieder abschöpfen könne. Wie soll es da zur Inflation kommen?
Mack: Theoretisch ist das richtig - dafür muss jedoch auch der Wille der Verantwortlichen da sein. Angesichts der explodierenden Staatsschulden ist es für die Politik natürlich attraktiv, sich über eine steigende Geldentwertung zu entschulden. Notenbanken sehen sich immer gewaltigem öffentlichen Druck gegenüber, nicht zu früh die geldpolitischen Zügel wieder fest anzuziehen. So ließ die Fed nach dem Platzen der Dotcom-Blase ihren Leitzins noch lange bei einem Prozent, als der Wirtschaftsaufschwung schon längst begonnen hatte. Die Folge war, dass die US-Sparquote in den negativen Bereich rutschte und das Geld in viele unsinnige Investitionen floss. Die Blase am US-Immobilienmarkt wäre ohne diese viel zu lockere Geldpolitik nicht möglich gewesen. Dort wurde nicht mehr nach dem tatsächlichen Bedarf gebaut und gekauft, sondern nur noch um ganz schnell ganz viel Geld zu machen.
Wie ein Koloss optisch verkleinert wurde
Der Vertreter des Architekturbüros Zeidler, Thomas Hübener und seine Mitarbeiter taten genau das, was von solchen Veranstaltungen zu erwarten ist: Sie zeigten die schönen Seiten des Projektes und das mit einer manipulativen Raffinesse, die Achtung gebietet.
Während der Vorstellung gelang es den etwa 60 Gästen der Veranstaltung nicht, den Hotelbau, den zukünftigen Koloss von Heringsdorf in seiner ganzen Größe zu sehen. Stets waren Teile des Gebäudes von Bäumen verdeckt, obere Teile wurden durch den Bildausschnitt entfernt. Wenn der Hotelkomplex insgesamt gezeigt wurde, dann aus der Vogelperspektive.Aber selbst aus großer Höhe gezeigt, wurden die Giebel künstlich durch Bäume verkürzt.
Ich erinnerte mich an Honeckers Besuch des Greifswalder Doms vor etwa 20 Jahren. Im Fernsehen der DDR wurde der Stadtkern Greifswalds aus großer Höhe gezeigt, aus einem Hubschrauber gefilmt. Ich staunte, wie schön die Stadt von oben aussah, besonders weil ich in der Stadt wohnte und nicht über den Dingen schwebte. Ich, wie viele andere, sahen täglich die verfallenden Häuser ganzer Straßen. Ich habe seitdem darauf geachtet, wie etwas aus der Nähe aussieht, was ich zuvor aus großer Höhe zu sehen bekam und war, auf dem Boden der Tatsachen angelangt, stets enttäuscht. So erging es mir auch gestern Abend.
Es gelang keinem der Gäste zu erkennen, wie das geplante Hotel von der Promenade aus wirkt, denn sowohl in der Animation als auch in der Einzeldarstellungen verdeckten eingezeichnete Bäume die Sicht. Das aus schlechtem Grund, denn der Giebel des Gebäudes ist dort 30 Meter hoch, nicht 26 Meter, wie die OZ falsch berichtete und bis heute nicht berichtigte.
Erst nach mehrmaligem energischem Nachfragen gaben die Architekten zu, dass das Gebäude 30 Meter hoch werden soll. "Die 30 Meter haben wir gut versteckt." Erst durch Nachfragen gaben die Architekten zu, dass das Gebäude 75 Meter lang werden soll. Als sie die Höhe der beiden anderen Gebäude (Gesundheitszentrum, Loftwohnungen) nennen sollten, begann das große Rätselraten. Erst nach Minuten peinlicher Messerei fanden sie die Höhe heraus. Auch die Geschosszahl konnten sie nicht auf Anhieb nennen. Solche schlichten Zahlen sind wohl für Architekten nebensächlich.
Nur nebenbei: Die beiden kleineren Gebäude werden etwa doppelt so hoch sein, wie das jetzige (das EKZ, das abgerissen wird).
Bedenklich war, das kein Gast das Projekt lobte. Es gab nur kritische Nachfragen zur Kubatur, zum Straßenanschluss der Tiefgarage und deren Nutzung. Fakt ist: Der Gebäudekomplex wird unverhältnismäßig größer als der bisherige. Warum das so sein muss, erfuhr ich auch auf Nachfrage nicht.
Apropos, der Architekt konnte nicht sagen, wie viele der max. 290 Stellplätze in der Tiefgarage freie sein werden - der Verkehrsplaner war nicht dabei.
Der Bauamtsleiter, nach dem zu erwartenden Lärm durch den zusätzlichen Autoverkehr befragt, erklärte, dass das Lesen solch eines Gutachtens schwierig sei, es sich um trockene Materie handele. Dabei hätte er nur zu sagen brauchen, dass selbstverständlich der Lärm deutlich zunehmen wird. Übrigens wird dadurch auch die Luft stärker verpestet. Doch wer sagt so etwas schon gern?
Wie die Höhen und Breiten architektonisch getarnt werden:
Nach oben ist das Hauptgebäude abgestuft, sodass dessen Höhe nicht von allen Seiten erkennbar wird.
Die 75 Meter-Front wird optisch verkürzt, indem die Fassade einen Knick erhält.
Die Flächen sind so gegeliedert, dass der Eindruck erweckt wird, es handele sich um ein fünfgeschossiges Gebäude (geschossübergreifende Elemente). Die gegenüberliegenden Gebäude sind zusammen ebenfalls 75 Meter lang. Hier wird durch eine Trennung der Gebäude die Front geteilt und so optisch verkürzt.
Ein komplettes Geschoss soll sich unter der Geländeoberkante befinden. Hier werden Geschäfte entstehen.
Einer der Gegner des Kolosses, H. Linde, meinte:
Eineinhalb Jahre haben der Investor und seine Architekten, gemeinsam mit dem Bürgermeister, mit geschönten Bildern und vor allem unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Abgeordneten zu dieser Beschlussfassung verführt. Sollte es nun mit dem Projekt und der Bevölkerung Probleme geben, wird der Gemeindevertrung der schwarze Peter zugeschoben, unglaublich!
Bleibt abzuwarten, wie sich unsere neue Gemeindevertretung bei der in Kürze anstehenden abschließenden Beschlußfassung " Satzung B - Plan 23 " positionieren wird.
Fakt ist jedenfalls, dass unsere Feriengäste nicht zum Weißenhäuser Strand fahren und sogar eher Westerland mit den Hochhäusern aus den 70-ern auf Sylt meiden und uns wegen des Werbe-Prospekts "Bäderarchitektur" besuchen. Sie lieben fast alle das "Kleine Gemütliche" und reisen nach Herings-DORF und werden nicht wegen der "tollen Architektur" eines Großstadtarchitekten kommen.
Aufmerksam wurde ich, als Architekt Hübener zum Ende der Vorstellung meinte, wir Heringsdorfer müssten die "Chancen und Möglichkeiten" (keine Ahnung, was der Unterschied zwischen einer Chance und einer Möglichkeit ist) sehen, die das Projekt biete. Meine Frage im Anschluss an die Veranstaltung, wen er denn gemeint habe, der jetzt die Chancen habe und ob das nicht in erster Linie der Investor sei, der ordentlich Geld verdienen wird, meinte er, solche eine negative Einstellung lasse er sich nicht bieten. Gleiches antwortete er, als ich wissen wollte, ob ich die architektonischen Kniffe, mit denen der Komplex optisch verkleinert wurde, richtig erkannt hätte. So blieben meine Fragen offen.
Noch dies: Manch Gast mag beeindruckt gewesen sein von der Vorstellung. Ich habe schon viele Projektvorstellungen erlebt. So wie auf den Zeichnungen wurde fast keines ausgeführt. Es musste gespart werden. Und genau die Aufhübschungen mussten dran glauben. Ich werde meine Fotos aufheben und bei Gelegenheit (2012 oder so) zeigen, was ich meinte. Eins wird mit Sicherheit bleiben, der Koloss ein Koloss.
In 28 Jahren kein Impfstoff gegen Schweinegerippe gefunden
Durch die Medien wird versucht, Panik zu erzeugen mit der Behauptung, dass die Schweinegrippe eine höchst gefährliche neue Krankheit sei, da das „Virus“ H1N1 nun den Sprung vom Tier auf den Menschen geschafft habe. Dabei handelt es sich gar nicht um eine neue Krankheit, sondern um eine mehr als 28 Jahre alte Influenza.
In der Monatszeitschrift Kinderheilkunde (1981), 129: 72 77, wurde zur Influenza-Schutzimpfung folgendes veröffentlicht:
„Der jeweiligen epidemiologischen Situation entsprechend wird von diesen Instanzen (gemeint sind WHO und Paul-Ehrlich-Institut, Anm.d.Verf.) die Zusammensetzung des Impfstoffes empfohlen. Er enthält derzeit Influenzaviren oder Teilprodukte aus den Virustypen A: H1N1 und H3N2 und Typ B adsorbiert an Aluminiumhydroxid. Die epidemiologische Verbreitung der verschiedenen Influenzavirustypen ist saisonal unterschiedlich.....
Die für 1980/81 empfohlene Zusammensetzung der Vakzine soll den H3N2 Typ A/Bangkok 179, den H1N1 Typ A/Brazil 11/78 und den Typ B Singapore 222 79 enthalten....
Die H1N1-Influenza betrifft derzeit vorwiegend junge Menschen bis zu 30 Jahren, die in den fünfziger Jahren nicht mit dem damals sich epidemisch ausbreitenden H1N1-Virion infiziert wurden. Die H1N1-Virusgrippe ist in der Regel leichter als die durch das H3N2-Virion verursachte, vereinzelt ist aber auch hier von schweren Krankheitsverläufen berichtet worden.
Die Schutzwirkung der Influenzaimpfung ist abhängig von der Qualität der Vakzine und diese wieder ist nicht nur von Land zu Land, sondern je nach Hersteller als inaktivierte Vollvirus-, Split – oder Subunitvakzine verschieden, Schutzraten wurden zwischen 15 und 90% (s.Impfkompendium S. 145) in einer in der Bundesrepublik früher durchgeführten Impfstudie mit 37 % errechnet. ....
Nebenwirkungen sind lokal wie nach der Impfung mit anderen Adsorbatimpfstoffen möglich. Allgemeinreaktionen wie Temperatur und Krankheitsgefühl sind selten, Krämpfe sind möglich, selten neurologische Komplikationen (Wright et al.)...“ ...
Die Influenza H1N1 gab es also schon vor mehr als 28 Jahren – auch ganz ohne den umfassenden Reiseverkehr von heute. Hieß sie früher „Spanische Grippe“, so heißt sie heute „Schweinegrippe“.
Heute sind wir Jahrzehnte weiter und heute wird mit Hochdruck an einem neuen (?) Impfstoff gegen H1N1-Viren gearbeitet, obwohl angeblich wirksame Impfstoffe gegen die H1N1-Influenza schon seit 1980/81 verabreicht wurden.
Wir wissen, dass es in diesen 28 Jahren nicht gelungen ist, eine Nutzen-Lasten-Analyse für den Impfstoff zu erstellen. (Der Nutzen ist der Schutz vor der Erkrankung, gegen die geimpft wird, die Lasten/Risiken sind die Impfschäden.)
Im Fall der Influenza-H1N1-Impfung mit angeblich 37 % Schutzrate haben also über 28 Jahre Impfen jetzt eine Pandemie beschert. Denn es sind ja viele Menschen positiv getestet. Dies ist kein Wunder, wenn H(ämagglutinin)1 und N(euraminidase)1 als biochemische Substanzen zusammen mit hoch giftigem Aluminiumhydroxid seit über 28 Jahren verimpft wurden. ...
Die Pandemie beschreibt das klägliche Versagen der Impftherapie oder/und ist ein großer Schwindel ohne wissenschaftlich gesicherten Nachweis des Nutzens. ...
Hier finden Sie die gesamten Ausführungen.
Nur jeder dritte Befragte vertraut Journalisten
... nur 35 Prozent sagen, dass sie Journalisten auch vertrauen. Beim Vertrauen liegt der Journalismus noch weiter hinter anderen Berufen zurück. Selbst den Meinungsforschern bringen die Deutschen mehr Vertrauen entgegen. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass vor allem die jüngste Gruppe der Erwachsenen (18- bis 24 Jahre) den Journalisten das wenigste Vertrauen entgegenbringt.
Die Deutschen üben scharfe Kritik an den handelnden Journalisten. Diese sind ihnen viel rücksichtloser, intoleranter gegenüber den Meinungen anderer und unsozialer, als man sie gerne hätte. Gleichzeitig setzen sie zu stark nur ihre eigene Bedürfnisse durch und haben viel zu viel Macht und Einfluss in der Gesellschaft. Die Nachrichteninhalte erfüllen die Erwartungen der Bürger zwar etwas besser. Dennoch sieht sich das Publikum erheblich unterversorgt: Die Bürger kritisieren, dass ihnen der Nachrichtenjournalismus zu wenig Hintergründe, Fakten und konkurrierende Meinungen anbietet. Gleichzeitig klagen sie über eine zu starke subjektive Färbung und Emotionalisierung. Die Bürger fordern zentrale Leistungen des Journalismus ein und zeigen sich in vielerlei Hinsicht von dem enttäuscht, was ihnen geboten wird. ...
Und so geht das weiter. Erschreckend ist auch die Wissensarmut der Befragten in Sachen Journalismus, die es Journalisten erleichtert, immer so weiterzumachen wie bisher.
Den Lehren der Autoren schließe ich mich allerdings nicht an.
Wer die Zeche zahlen müsste
Wer zahlt die Zeche?Die meisten Leser werden wissen, dass sie an der Reihe sind und nicht jene, die uns das eingebrockt haben. Dass es auch anders möglich wäre, können Sie z.B. hier lesen:
... Sorgen muss man sich also um den Staat, der kein Gewinner, sondern Opfer dieser Krise ist. Viele andere Ängste, die interessierte Kreise im Zusammenhang mit öffentlichen Defiziten schüren, sind dagegen unbegründet und beruhen auf Mythen. ...
... die die OZ auch immer wieder gern an ihre Leser verkauft.
Wie absurd die Klage über eine angebliche Ausbeutung der Jungen ist, zeigt die gesamtwirtschaftliche Perspektive. Wenn der Staat etwa im Jahr 2050 Kredite zurückzahlt, belastet dies nicht nur die Steuerzahler von 2050. Es nützt auch den Anlegern von 2050. Sie werden, wenn ihre Eltern längst tot sind, die Erträge aus den Staatspapieren einstreichen. "Die nächste Generation erbt die Schulden ebenso wie die Forderungen", beschreibt Michael Dauderstädt von der Friedrich-Ebert-Stiftung eine alte ökonomische Erkenntnis.
Anders fiele das Urteil aus, würde sich Deutschland im Ausland verschulden. ...
Oder dies:
... Sollte diese Entwicklung anhalten, so wird Deutschland an die Grenze seines sozialen Zusammenhalts geraten. ...
Helfen zur Finanzierung weiterer dringend notwendiger Konjunkturprogramme könnten nur massive Steuererhöhungen auf höhere Einkommen und Vermögen, weil die zu keiner Verbrauchseinschränkung führen würden. Helfen würde auch eine Verstaatlichung der Banken (soweit sie nicht schon staatlich sind), um die Kreditblockade zu brechen und die Weitergabe der Zinssenkungen durch die EZB zu erzwingen. Das wäre allemal besser, als weiter hohe Gelder für eine nicht wirksame Sanierung zu verschwenden, die nur Aktionären und Management hilft.
Helfen würde schließlich eine deutliche Anhebung der Sozialleistungen, weil hier das größte derzeit versperrte Nachfragepotential liegt. ...
Was OZ-Leser nicht zu interessieren hat
Klares Bekenntnis zu Solarpark gefordert
Im Streit um den geplanten Bau des Solarparks in Neuenkirchen (auf Rügen) haben die Grünen das Wirtschaftsministerium MV zu einem klaren Bekenntnis zu dem Vorhaben aufgefordert. Der von der Juwi AG geplante Solarpark biete eine ökologisch sinnvolle Entwicklungschance für Rügen, sagte Grünen-Kreistagsmitglied Torsten Jelinski. Der Investor will auf dem früheren Raketenstandort in Moritzhagen Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von sechs bis sieben Megawatt errichten. Es sollen 20 Millionen Euro investiert werden. Dafür soll das rund 21 Hektar große Areal für die Dauer von mindestens 30 Jahren von der Gemeinde gepachtet werden. Die Liegenschaft befindet sich noch in Bundesbesitz. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben lehnt jedoch eine Übertragung der Fläche an die Gemeinde Neuenkirchen ab und plant ein öffentliches Bieterverfahren.Den Rest lesen Sie hier (Danke für den Hinweis):
... Hier könnte die größte Solar-Anlage Norddeutschlands entstehen."
Die Gemeinde hofft nun auf Hilfe aus Schwerin und hat sich an das Wirtschaftsministerium gewandt. "Jetzt bleibt es wirklich spannend, wie das Ministerium entscheidet. Der geplanten Dreckschleuder in Lubmin wurde öffentliches Interesse vom Ministerium, mit Schreiben vom 23. November 2007 auf 23 Seiten, bescheinigt und damit der Weg für das Genehmigungsverfahren frei gemacht. Jetzt steht mit dem möglichen Solarpark eine ökologisch sinnvolle Entwicklungschance für Rügen einer völlig sinnlosen Investition in Lubmin gegenüber. Ich hoffe, dass für die Entscheidung einmal nicht die kurzfristigen finanziellen Interessen in den Vordergrund gestellt werden, sondern die Wünsche der Menschen, die vor Ort leben, in die Entscheidungsfindung einfließen."
Schlagzeile des Tages
Nach SHV-Abstieg: Stadthalle wackeltSelbst wenn es Ereignisse gäbe, durch die die Stadthalle ins Wackeln geraten könnte (Erdbeben, Bombe), wird sie es nicht tun, weil sie nicht existiert, denn:
... Der Bau der Stadthalle am Grünhufer Bogen. Geplant ist die Errichtung eines 13,5 Millionen teuren multifunktionalen Veranstaltungszentrums für rund 5000 Besucher. ...
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf
Ferienstart: Jetzt wird's eng am StrandDas ist Unsinn, allein schon, weil wegen des schlechten Wetters sich nur wenige Urlauber am Strand drängeln werden und weil es immer noch Strände gibt, auf denen selbst während der schlimmsten Saison bei bestem Strandwetter niemand drängelt.
Dass bei gutem Wetter viele Strände überlaufen sind, liegt unter anderem daran, dass nach
Was aber keine Rolle in der OZ spielte: Eng wird es auf den Straßen, die an die Küste und auf die Inseln führen. Doch davon schrieb die OZ nichts; das merken die Urlauber von ganz allein. Die Enge am Strand dagegen wird ihnen eingeschrieben, obwohl es sie nicht gibt.
Der Kommentar passt dazu:
Hochsaison für Tourismusbranche
Willkommen!
Willkommen an der Küste, liebe Gäste! ...Der Kommentator zählt auf, was er für tourismusschädlich hält:
Dreiste Abzocke in Gaststätten, bei Eintrittskarten oder Fährtickets - das alles vergrault Gäste. Gleiches gilt für Müll an Stränden. Von Traktoren zerwühlte Wanderwege. Kurverwaltungen, in denen kein Wort Englisch gesprochen wird. Pingelige Politessen. Und wer sich von unfreundlichen Vermietern am Telefon anmotzen lassen muss, nur weil er annahm, kurzfristig noch eine bezahlbare Ferienwohnung an der Küste zu bekommen, wird im nächsten Jahr vielleicht eher an der Nordsee Urlaub machen. ...Kein Wort über die während der Saison alltäglichen Staus, kein Wort über deren Ursachen.
Feigling
De Maizière kritisiert Kohl: "Er wusste nichts über die DDR"
Der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière wirft Alt-Kanzler Helmut Kohl (beide CDU) mangelnde Kenntnisse über die Verhältnisse in der DDR vor ...Meine Schlussfolgerung: De Maizère war ein Feigling, weil er das nicht schon vor 19 Jahren sagte. Wie viele solcher Typen laufen sonst noch herum?
Qualitätsjournalismus nach Art des Hauses
WWF: Nord Stream muss nachbessernHätten Sie etwas anderes erwartet? Können Sie sich noch an die Parolen erinnern, die die OZ als Propagandist am 20. Juni an Sie verkaufte?:
Drei Tage vor Beginn der Erörterungen zum deutschen Genehmigungsverfahren äußerte sich der Projektleiter des Betreiberkonsortiums ... optimistisch, dass es für den 81 Kilometer langen deutschen Abschnitt "keinen Bedarf an Nachbesserungen" geben werde....Heute nun meldete die OZ:
... Nord Stream-Pressesprecher Jens Müller sieht den Termin für den Baustart nicht in Gefahr. Er räumte aber ein, dass es bei allen derzeit laufenden Genehmigungsverfahren in den fünf beteiligten Ländern noch offene Fragen gebe. ...Erst kein Bedarf an Nachbesserungen, nun ist der Baustart nicht in Gefahr, obwohl alle beteiligten Staaten Nachbesserungen fordern. Die OZ will nicht erkennen, dass sie Kaffeesatzleserei verbreitet, Zweckoptimismus, Quark.
Das erinnert fatal an die Propagandaartikel und Lügengeschichten in der OZ über das Kohlekraftwerksprojekt und dokumentiert in beeindruckender Weise, was die OZ Ihnen verkauft: Propaganda.
Offene Frage
Wirtschaft im Osten holt kaum auf
Die Wirtschaftskraft im Osten Deutschlands wird noch viele Jahre lang deutlich unter der im Westen liegen. Das ist ein Ergebnis einer Studie der HypoVereinsbank zur ökonomischen Entwicklung der neuen Länder seit der Wende. Auch wenn sich die neuen Bundesländer wie in den vergangenen fünf Jahren weiterentwickelten, erreichten sie bis 2025 nur rund 75 Prozent der westdeutschen Wirtschaftskraft pro Einwohner, erklärte Rüdiger Grahn, Niederlassungsleiter der Bank in Rostock. Momentan liege dieser Wert im Osten bei durchschnittlich 71 Prozent (MV: unter 70). ...Wie passt das zusammen mit den Verkündigungen, des Minipräsidenten und des Urknallers, von der OZ wiedergekäut, vervielfältigt und Ihnen zum Kauf angeboten, dass MV langsam aber fortdauernd aufholt? Keine Nachfragen der OZ, nichts.
Geophysikalisches halb erklärt und Thema verfehlt
Kanadier suchen Öl bei Lubmin
... Holzpflöcke mit gelben Bändern markieren Stellen, an denen demnächst geophysikalische Bodenuntersuchungen vorgenommen werden sollen. Die Central European Petroleum GmbH (CEP) mit Sitz in Berlin lässt nach Erdöl suchen. ...... ganz bestimmt nicht durch Untersuchen des Bodens, weder im geologischen noch bodenkundlichen Sinne, sondern der Gesteinsschichten, in diesem Fall hauptsächlich Festgestein.
"In der DDR sind alle ostdeutschen Gebiete, in denen aufgrund der geologischen Gegebenheiten Erdöl vorhanden sein müsste, schon einmal vermessen worden" ...Es wurde nicht nur geophysikalisch gemessen, sondern an vielen Stellen wurden auch Erkundungsbohrungen niedergebracht, von denen etliche fündig waren. Das ist nun sehr praktisch für die neurliche Erkundung, weil die Erkunder sehr genau ansetzen können.
Am 1. Juli, so Keppler, soll in Höhe Lubmin die erste Bodenuntersuchung vorgenommen werden. ...Das wird ganz bestimmt nicht passieren, weil der Boden nicht Gegenstand der seismischen Messungen ist (s.o.)
Mit Hilfe spezieller Fahrzeuge sollen Schallwellen in den Untergrund geschickt werden.Eine kurze Beschreibung des Verfahrens mit Fotos finden Sie kostenlos hier. Einen einfachen Überblick über Entstehung, Suche, Erkundung und Ausbeutung von Erdöl-Erdgas-Lagerstätten finden Sie hier kostenlos.
Die sogenannte Vibrationsseismik nutzt das physikalische Gesetz, dass Schallwellen sich von der Erdoberfläche in die Tiefe (bis zu 2000 Metern und mehr) fortpflanzen und von Gesteinsschichten reflektiert wieder an die Oberfläche gelangen.Genauer wäre, dass die Schallwellen an den Gesteinsgrenzen reflektiert werden, also dort, wo Dichteunterschiede vorhanden sind, steht auch in der Broschüre nicht ganz genau.
2000 Meter und mehr bedeutet bis zu 6000 Meter.
So genannte Geophone, elektromagnetische Wandler, nehmen die reflektierten Bodenschwingungen auf und messen sie.Geophone funktionieren wie Seismographen.
Mit Hilfe der Vibrationsseismik und des aus ihr resultierenden Modells können lediglich Hinweise auf mögliche Öllagerstätten erlangt werden.Die seismischen Messungen tragen dazu bei, geologische Strukturen zu finden, die als Erdölfalle in Frage kommen. Erdöl/Erdgas ist fast nie im Entstehungsgestein zu finden, sondern wandert durch die Gesteinsschichten, bis es quasi gefangen wird, weil undurchlässige Schichten die Wanderung stoppen.
... Erst eine Bohrung gibt letztendlich Aufschluss über ein Ölvorkommen. ...Schön wärs. Es sind zum einen mehrere Erkundungsbohrungen nötig und nicht die Bohrung gibt Aufschluss, sondern erst die Auswertung von Messungen in den Bohrlöchern gibt Auskunft, ob der Rohstoff überhaupt vorhanden ist und ob er das in förderfähiger Menge ist.
Das eigentliche Thema des Artikels wird mit dem letzten Satz abgetan:
"Wir würden den teuren Aufwand nicht betreiben, hätten wir nicht auch die Absicht, das Öl zu fördern, sofern es vorhanden ist", stellte der Chef der deutschen CEP, Jaap Bouwman, gestern klar.
Billigste Zweitverwertung
Schlampiges
Ist der Finanzplan des Krieges, der nicht so genannt werden soll, gemeint oder (Vorsicht, makaber!) der Finanzplan für die Mittel, die zukünftig für tote Soldaten und die Versorgung ihre Familien aufgebracht werden müssen?Nein, es ist, wie mittlerweile fast täglich, Schlampigkeit.
Bisher habe ich noch nirgends gelesen, die OZ bezeichne sich als Qualitätszeitung oder betreibe Qualitätsjournalismus.